29.07.2011 17:51 |

Fall Lydia D.

"Latin Lover" legt ein Jahr nach Mord Teilgeständnis ab

Erschlagen, wie Müll entsorgt und angezündet - zwischen Maisfeld und Windschutzgürtel ist im Sommer des Vorjahres bei Nickelsdorf im Burgenland die verkohlte Leiche von Lydia D. aus Wien entdeckt worden. Elf Monate saß ihr "Latin-Lover" Agustin S. als Hauptverdächtiger in U-Haft - nun legte er ein Teilgeständnis ab.

Feuerwehrmänner machten am 20. Juli 2010 den grausigen Fund - beim Flurbrandeinsatz stießen sie auf eine verkohlte Leiche. Die Identität des Mordopfers war zunächst unklar. Die Polizei wandte sich daher mit Fotos von persönlichen Gegenständen, etwa einem Goldkettchen mit einem Anhänger, an die Medien, um Hinweise aus der Bevölkerung zu bekommen.

Schließlich meldete sich der Hauptverdächtige, der gebürtige Argentinier Agustin S., bei den Ermittlern. Er wollte den Schmuck von Lydia D. in der Zeitung erkannt haben, mit dem Mord aber nichts zu tun haben. Kurios: Damit brachte er selbst die Ermittler auf seine Spur. Auch wenn der Ex-Geliebte des Opfers bis vor Kurzem seine Unschuld beteuerte.

Elf Monate U-Haft haben Mann gebrochen
Doch elf Monate Untersuchungshaft scheinen den 59-Jährigen gebrochen zu haben - er legte ein Teilgeständnis ab, wie die "Krone" erfuhr. Er gibt zu, am Mordtag mit Lydia D. zusammen gewesen zu sein. Dann sei es zum Streit gekommen und dieser sei schließlich eskaliert. Folge seiner Redseligkeit: Die Anklage wird jetzt von der Staatsanwaltschaft vorbereitet.

Der Prozess wird voraussichtlich im Spätherbst beginnen, teilte Magdalena Eichinger, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, am Donnerstag mit. "Wir haben seit Jahresanfang zahlreiche Gutachten eingeholt, etwa jenes eines Sachverständigen, eines Kriminalpsychologen und zuletzt nun das psychiatrische Gutachten", so Eichinger.

Die Ermittlungen seien sehr zeitaufwendig gewesen, berichtete die Sprecherin: "Es mussten massenweise Daten, E-Mails und Einträge sowie Nachrichten in Social Networks ausgewertet werden. Das war nötig, um eine möglichst dichte Beweislage und eine möglichst dichte Anklageschrift zu bekommen. Deshalb wurde bis zum letzten Ermittlungsansatz alles ausgeschöpft."

Opfer hatte engen Kontakt mit dem Verdächtigen
Die 72-jährige Pensionistin mit polnischen Wurzeln wohnte zuletzt in Wien-Brigittenau. Sie soll sehr engen Kontakt zu dem 59-Jährigen gehabt haben. Die Polizei vermutete, dass die Frau am Tag ihres Todes bereits am Nachmittag mit ihm unterwegs war. Anfänglich schlossen die Ermittler auch einen Zusammenhang mit zwei ähnlichen Fällen in Niederösterreich in den Jahren 2007 und 2010 nicht aus. Damals waren zwei Wiener Prostituierte ermordet und anschließend ebenfalls angezündet worden.

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