Wie schnell sich das Blatt doch wendet: In Wiener Neustadt wurde Atdhe Nuhiu von vielen Rapid-Fans noch ausgepfiffen und verschmäht. Ein Siegestor (eben gegen Wiener Neustadt) und mehrere Rüffel für die Rapid-Fans von Trainer Schöttel ("Wenn sie uns schon nicht anfeuern, dann sollen sie wenigstens nicht die eigenen Spieler beleidigen") später wurde der Sturm-Riese beim internationalen Test gegen Valencia am Dienstag bei seiner Einwechslung in Minute 71 lautstark bejubelt.
Tor erzielte er dann zwar keines mehr – dass er von Kopf bis Fuß mit Selbstvertrauen vollgepumpt ist, bewies der gebürtige Albaner aber wieder mit vielen starken Aktionen. "Es sieht nicht immer sehr elegant aus, was er macht – aber er Nuhiu ist ein unheimlich wertvoller Spieler für mich, der richtig gut kicken kann", lobt Schöttel, wendet aber ein: "Eine Stammplatzgarantie ist das für den Atdhe aber nicht. Er muss weiter seine Leistung bringen. Denn wir haben noch drei andere Stürmer, die sehr gut in Form sind."
Wie recht er damit doch hat. Im Testspiel gegen Valencia zeigte erstmals in der Saison auch Jungstar Deni Alar, den Schöttel zuvor noch ein wenig Nervenschwäche attestiert hatte, eindrucksvoll auf: In Minute 23 verwertete er einen Stanglpass von Christopher Trimmel staubtrocken zum 1:0. Salihi, der mit Alar gemeinsam von Beginn an stürmte, blieb diesmal zwar weitgehend blass. Schöttel weiß aber: "Im Strafraum ist Hamdi sicherlich unser gefährlichster Stürmer. Man weiß ja, dass der Mann Tore machen kann."
"Die Burschen machen mir's nicht leicht"
Spätestens seit Dienstag weiß man das auch von Rene Gartler. Er, der in der zweiten Halbzeit für Alar gekommen war, erzielte in der 73. Minute das 3:0 und in der 84. sogar das 4:0. Wirklich schlauer für das kommende Meisterschaftsspiel gegen Ried ist Schöttel dadurch nicht geworden. "Die Burschen machen mir's nicht leicht", erklärte er am Dienstag nach Abpfiff, "aber das ist auch gut so".
Payer bleibt die Nummer 1
Weniger Kopfzerbrechen bereitet Schöttel derzeit die Torwart-Position. Obwohl er gegen Valencia Neuzugang Jan Novota 90 Minuten lang zwischen den Pfosten stehen ließ, kommt der Zwei-Meter-Mann als Nummer eins derzeit nicht in Frage. Schöttel: "Jan hat zwar gezeigt, dass er ein guter Torwart ist, aber der Helge ist im Moment die Nummer eins. Da gibt es keinen Konkurrenzkampf." Ob das Ehrentor für Valencia, bei dem Novota unglücklich aussah, haltbar gewesen wäre? "Das weiß ich nicht", gab sich Schöttel diplomatisch, "da war ich zu weit weg, als dass ich das beurteilen könnte". Die "Rüge" galt vielmehr Novotas Vorderleuten: "Der Spanier hat davor fünf, sechs Spieler von uns ausgespielt. Das darf natürlich nicht passieren – aber da waren offensichtlich geistig schon in der Kabine."
Hofmann sollte für Ried wieder fit sein
Aufregung gab es am Dienstag auch um Kapitän Steffen Hofmann. Obwohl er eigentlich von Beginn an hätte spielen sollen, gab der Deutsche kurz vor Anpfiff w.o. "Er hat am Vormittag noch ganz normal trainiert, aber dann vor dem Match über ein verspanntes Genick geklagt", erklärte Schöttel, gab aber Entwarnung: "Gegen Ried sollte sein Einsatz nicht gefährdet sein."
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