In den Generalproben für die Europa-League-Spiele gegen Olimpija Ljubljana (Austria) bzw. Bröndby Kopenhagen (Ried) am Donnerstag boten beide Bundesligisten bei kühlen Temperaturen alles andere als einen Sommerfußball. Die Austria schob sich vom Tabellenende ex aequo mit Wiener Neustadt auf den vierten Rang. Ried muss hingegen weiter auf den ersten Saisonerfolg warten - und hat weitere schwere Gegner vor sich.
"Ich habe mich mit dem Remis mehr oder weniger abgefunden und habe Zeit gebraucht, das Tor überhaupt zu realisieren", meinte Karl Daxbacher nach dem Last-Minute-Sieg, mit dem er im 110. Liga-Spiel als Austria-Trainer die 200-Punkte-Marke übertraf. Eine "Bogenlampe" von Suttner fand in der 91. Minute über Rieds Schlussmann Thomas Gebauer hinweg den Weg ins Gehäuse. Ein mehr als glücklicher Treffer. Es war Austrias erster Liga-Siegestreffer in der Nachspielzeit seit dem 9. Mai 2010 (1:0 in Salzburg durch Junuzovic/91.)
Hlinka: "Es fehlt noch etwas"
"Ich war böse, weil ich bei 1:1 zu spät zum Kopfball war. Ich wollte den Ball einfach noch einmal vors Tor bringen", gab Suttner zu. Austrias erster Torschütze, Peter Hlinka, meinte ebenso: "Mit einem glücklichen Treffer haben wir den Sieg noch eingefahren. Es fehlt noch etwas, aber daran müssen wir arbeiten." Zeit dafür ist bereits am kommenden Donnerstag, wenn es in Slowenien um den Aufstieg ins Play-off der Europa League geht.
Olimpija ist dabei noch eine Unbekannte für die Austria-Kicker. "Wir kennen den Gegner noch nicht. Aber Ljubljana ist ein internationaler Gegner, es wird auf keinen Fall leichter", sagte Hlinka, der im defensiven Mittelfeld seinen Part neben Alexander Grünwald bestens erfüllte. Besagter Grünwald zeigte mit den meisten Ballkontakten (94) im Spiel, dass er die Rolle des Spielgestalters in Violett auszufüllen vermag.
Daxbacher optimistisch für Meiserschaft und EL-Quali
Daxbacher war mit dem Gesehenen jedenfalls zufrieden. "Ich bin sehr optimistisch für die Meisterschaft und die Europa-League-Qualifikation", ließ der Austria-Coach wissen. Ärger kam beim Niederösterreicher lediglich auf, als er an die leichtfertig vergebenen Chancen im Konter dachte. "Wenn man solche Möglichkeiten hat, dann sollte man sie nutzen. Das ist vielleicht eine Lehre, die bleibt", erklärte auch Routinier Hlinka.
Aufseiten der Rieder, die die erste Niederlage nach 14 Pflichtspielen (11 in Liga, 3 im Cup/6-8-0) seit 19. März (1:2 in Kapfenberg) erlitten, musste man sich damit abfinden, nach dem 1:1 gegen Meister Sturm erneut einen Favoriten ins Wanken gebracht zu haben. Der eingewechselte Spanier Casanova hatte die Oberösterreicher mit dem Ausgleich zum 1:1 (84.) kurz vom Punktgewinn träumen lassen. Nach nur einem Zähler aus zwei Partien steht nun nur der neunte Tabellenrang zu Buche.
"Man darf nicht vergessen, gegen wen wir gespielt haben. Das sind zwei sehr starke Mannschaften, das weiß jeder. Mit ein bisschen einem Glück hätten wir nach zwei Runden vier Punkte", wollte Teamspieler Daniel Royer keinen Frust aufkommen lassen. Für Ried werden die anstehenden Aufgaben dennoch alles andere als leicht. Neben den Europacup-Auftritten gegen Bröndby warten in den kommenden Wochen auswärts Rapid und zu Hause Salzburg auf den Cupsieger.
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