22.06.2022 11:55 |

krone.at-Kolumne

Darf ein Biertrinker Bundespräsident werden?

Dass so mancher Kritiker meint, dass Marco Pogo durch seine „Spaßkandidatur“ das Ansehen und die Würde der Politik beschmutzen würde, kann nicht frei von Zynismus sein. In den letzten Jahren haben wir viel Schlimmeres durchgemacht. Ein Anwärter für das Bundespräsidentenamt, der Arzt ist, gerne Bier trinkt und uns vertreten möchte, ist im Vergleich dazu eine ehrliche Alternative!

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Es hat schon etwas Dramatisches, dass die Politikberaterin Nina Hoppe im Standard dem Neopolitiker Marco Pogo einen „demokratiegefährdenden Populismus“ und mangelnden Respekt dem Amt gegenüber zuschreibt. Wie bitte? Der Chef der Bierpartei soll für den Untergang der Ernsthaftigkeit in der Politik verantwortlich sein? Wenn das einmal keine kühne These ist!

Politikverdrossenheit? Bedankt Euch bei Strache & Co.!
Denn es ist doch vielmehr so, dass es für die Politikverdrossenheit in unserem Land keinen Marco Pogo gebraucht hat. Dafür waren in den letzten Jahren schon die Vertreter der sogenannten „etablierten“ Parteien verantwortlich! Die grausamen Chatnachrichten, den immer wiederkehrenden Reigen an Rücktritten oder die feuchtfröhlichen Bilder von korrupten Politikern im ranzigen Unterleiberl haben sie schon selbst produziert. Hier kann man sich nicht an Pogo abputzen!

Bierbrunnen vs. Impfpflicht-Debatte - was ist absurder?
Mehr noch: Pogo ist Mediziner, Musiker und seit der Wien-Wahl in seinem Heimatbezirk Simmering Bezirksrat. Er spricht ungekünstelt und angenehm NLP-Schulungs-frei, legte beim Impfen als Arzt sogar selbst Hand an und weiß, wie er auf sich und seine Themen aufmerksam macht. Ja, er fordert zwar die ein oder andere Absurdität wie einen Bierbrunnen - aber auch hier können andere politische Gebärden wie die Doch-Doch nicht-Mal sehen-Impfpflicht locker mithalten!

Marco Pogo ist der Inbegriff unserer Demokratie!
Außerdem lebt ja gerade unsere stolze Demokratie von Pluralismus und Meinungsfreiheit. Das Schöne ist ja - es kann jeder Politiker werden, der das auch will. Es braucht dafür nur genügend Menschen, die derselben Meinung sind und entsprechend viele Stimmen in der Wahlurne. Marco Pogo als „demokratiegefährdend“ zu bezeichnen ist deswegen besonders widersprüchlich - sein Antritt ist der Inbegriff unserer funktionierenden Demokratie!

Entwurmer gegen Phlegmatiker gegen Punkrocker
Es ist ganz einfach: wenn jemand eher an Entwurmungsmittel als an Impfungen glaubt, soll er doch den Kandidaten der FPÖ wählen. Wer lieber einen angelobungserfahrenen Phlegmatiker haben möchte, ist mit seiner Stimme für den aktuellen Bundespräsidenten gut beraten und selbst ein ultrarechter Prolet steht zur Wahl. Es ist also für jeden etwas dabei! Warum dann nicht auch ein Bier trinkender Punkrocker?

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