03.06.2022 17:40 |

Nach Orban-Posting

ORF-Manager „letztmalig“ abgemahnt und beurlaubt

Das von Ungarn mit massiver Kritik bedachte Posting von ORF-Online-Geschäftsführer Karl Pachner hat nun Konsequenzen. Der Manager ist bis auf Weiteres auf eigenen Wunsch beurlaubt worden. Dem Vernehmen nach wird er aus diesem Urlaub nicht mehr auf den Geschäftsführerposten zurückkehren. Generaldirektor Roland Weißmann hat Pachner zudem „schärfstens und letztmalig“ abgemahnt.

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Weißmann bedauerte am Freitagabend den Vorfall in einer Aussendung, das Unternehmen distanzierte sich nochmals ausdrücklich von dem „privaten Posting“. Festgehalten wurde erneut, dass es sich bei dem Posting um eine private Meinungsäußerung eines Mitarbeiters auf dessen persönlicher Facebookseite gehandelt habe, die natürlich in keinem Zusammenhang mit der redaktionellen Berichterstattung der unabhängigen und weisungsfreien Redakteurinnen und Redakteure des ORF stehe.

„Herzinfarkt wäre eine faire Sache“
Pachner hatte am Mittwochabend in einem Facebook-Posting den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban wegen dessen Russland-Nähe kritisiert und geschrieben: „Ein Herzinfarkt wäre bei seiner Körperfülle und seinem Erregungspotenzial schon eine faire Sache.“ Das Posting wurde mittlerweile wieder gelöscht. Ungarns Regierungssprecher Zoltan Kovacs hatte dennoch gemeint, Pachners sofortiger Rücktritt und Weggang wäre die moralisch akzeptable Mindestkonsequenz.

Aufgrund der Wortmeldung Pachners war der österreichische Botschafter am Donnerstag ins Budapester Außenministerium zitiert worden. Den Termin nahm sein Stellvertreter wahr. Die Agenden Pachners werden übrigens vorläufig Katharina Wagenhofer und Stefan Pollach übernommen. Wagenhofer leitet die Abteilung Personal, Recht und Administration bei ORF-Online. Pollach ist derzeit Leiter der Hauptabteilung Online und neue Medien in der Direktion für Technik und Digitalisierung.

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