05.07.2011 15:45 |

Tod mit 98 Jahren

Otto Habsburg in Bayern aufgebahrt, Begräbnis in Wien

Das hätte sich der älteste Sohn des letzten Kaisers, Otto Habsburg, nicht träumen lassen, dass ihm zum Abschied von der Kirche, aber auch von der Republik Österreich so viele Rosen gestreut würden (siehe Reaktionen in der Infobox). Die Beliebtheit wird sich auch in den opulenten Begräbnis-Feierlichkeiten widerspiegeln, bei denen noch einmal etwas kaiserlicher Prunk durch die Kapuzinergruft strömen wird.

Die Trauerfeierlichkeiten haben am Dienstag begonnen. Seit 12 Uhr wird der älteste Sohn des letzten Kaisers in der Kirche St. Ulrich in seiner Heimatgemeinde Pöcking am Starnberger See in Bayern, wo Habsburg lebte und auch starb, aufgebahrt (siehe Bilder). Während der Aufbahrung wird durchgehend Ewige Anbetung vor dem Allerheiligsten Altarssakrament gehalten. Die Kirche ist rund um die Uhr geöffnet, ein Kondolenzbuch liegt auf.

Zur Totenwache kamen zunächst vor allem Abordnungen aus Österreich, so die Schützenkompanie aus dem Tiroler Zirl und katholisch-österreichische Landsmannschaften wie die "Ostaricia" aus Innsbruck oder die "Maximiliana" aus Wien. Vor allem aber wird den oberbayerischen Mitbürgern Gelegenheit zum Abschied gegeben.

Straße wegen Besucherandrangs gesperrt
In die Sargdecke sind die Lodenmäntel der Kinder des Verstorbenen eingenäht. Die enge Hauptstraße vor der Kirche in Pöcking wurde eigens halbseitig gesperrt, um der Reihe der Trauergäste vor dem Eingang der kleinen Kirche Platz zu verschaffen.

Am Samstag findet in St. Pius in Pöcking ein Requiem statt. Hauptzelebrant ist der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa.

Am Montag kommender Woche wird dann die Trauermesse für Habsburg in der Münchner Theatiner-Kirche abgehalten, ehe zwei Tage später in Mariazell vor der Magna Mater Austriae, der Großen Mutter Österreichs, für Otto Habsburg ein Requiem gelesen wird. Aber auch für seine Frau Regina, die Anfang Februar 2010 starb, in ihrer Familiengruft Veste Heldburg in Thüringen beigesetzt wurde – und jetzt nach Österreich übergeführt wird.

Aufbahrung in der Kapuzinerkirche, Requiem im Stephansdom
Am 14. und 15. Juli werden Otto und Regina nach derzeitiger Planung schließlich in der Kapuzinerkirche aufgebahrt. Am 16. Juli findet im Stephansdom dann der endgültige Abschied vom Kaisersohn statt. Dort zelebriert Kardinal Christoph Schönborn ein Requiem. Anschließend werden die sterblichen Reste von Otto und Regina in der Kapuzinergruft beigesetzt, vor der es zu der legendären "Anklopf-Zeremonie" kommen wird.

Die Gruft ist die letzte Ruhestätte der Habsburger. Sie befindet sich unter der Kapuzinerkirche am Neuen Markt in der Wiener Innenstadt. In der Gruftanlage haben bis heute 146 Personen, darunter zwölf Kaiser sowie 19 Kaiserinnen und Königinnen Aufnahme gefunden.

Herz wird separat bestattet - in Ungarn
Das Herz des Kaisersohnes soll allerdings getrennt vom restlichen Körper bestattet werden – im ungarischen Kloster Pannonhalma. Das gab Habsburg-Biograf Stephan Baier bekannt. Dieses Vorgehen entspreche der Tradition der Familie, in der es stets eine eigene Herzbestattung gegeben habe. Habsburgs Sprecherin sagte, dass diese Zeremonie am 17. Juli stattfinden werde.

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