Lass dich hängen!

Das macht eine gute Hängematte aus

Wohnkrone News
22.07.2011 13:08
Im Schatten alter Bäume, sanft schwebend über Alltag und Boden, ganz entspannt die Seele baumen lassen - kein Wunder, dass die Hängematte noch immer zu den beliebtesten Sommer-"Must haves" im Outdoor-Bereich zählt. Die einzigartige Entspannungswirkung ist übrigens mittlerweile auch wissenschaftlich belegt. Voraussetzung: Man nutzt die Hängematte richtig.

Für viele stellt das Schaukeln im raffinierten Tuch oder Netz geradezu den Inbegriff tropischen „Südsee-Feelings“ dar. Stimmt aber so nicht. Denn der Ursprung der Hängematte geht auf ein als ziemlich rau bekanntes Volk zurück: Schon 1000 vor Christus sollen sich die Mayas in den Tüchern geschaukelt haben. Allerdings nicht zur Freizeit-Entspannung, sondern die Hängematten wurden - wie auch heute noch in weiten Teilen Mittelamerikas - als geschützte Schlafstätten genutzt. Manchmal auch noch zusätzlich als Arbeitsgeräte.

So leitet sich z.B. der Ausdruck „Hängematte“ aus dem indianischen Sprachgebrauch ab und wurde ursprünglich mit „geworfenes Fischernetz“ übersetzt. Tagsüber dienten die Netze zum Fischfang, in der Nacht schützten sie vor den Schlangen am Boden.

Hängematte ist nicht Hängematte
Hängematten gibt es bei uns aus den verschiedensten Materialien und in unterschiedlichsten Konstruktionen für so gut wie jeden Anspruch und jeden Nutzer. Selbst spezielle „Baby-Hängematten“ oder eigene „Tier-Hängematten“ können heute meist sehr günstig erworben werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Netz-, Tuch- und Stabhängematten. Wie der Name schon sagt, bestehen Netz-Hängematten aus Fäden (meist aus Baumwolle), die dann zu einem Netz geflochten oder verschlungen werden. Diese Art gilt als besonders körperfreundlich, da sich das flexible Netz leicht jeder Körperform anpasst. Da die Längsseiten nach oben gezogen sind, liegt man auch recht sicher darin.

Die Tuchhängematten gelten als sehr bequem. Ursprünglich stammen sie aus Südamerika – dort werden sie z.B. in Brasilien noch immer häufig von der Bevölkerung verwendet. Die Konstruktion ist ebenfalls sehr einfach: Fein gewebte Tücher werden an den Längsseiten von stabilen Kordeln gehalten. Tuchhängematten gibt es in mittlerweile fast unzähligen Formen, Farben und Materialien sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich.

Sowohl Netz- als auch Tuchhängematten sind entweder mit oder ohne sogenannte Spreizstäbe erhältlich. Geschätzt wird die Stabkonstruktion vor allem deshalb, da sie ein leichteres Ein- und Aussteigen ermöglicht. Ein Nachteil ist aber, dass sie sich bei Weitem nicht so gut wie die reinen Netz- oder Tuchkonstruktionen der Körperform anpasst – Verspannungen bei längerem Liegen sind also nicht ausgeschlossen.

Gesund ja, wenn …
... die Hängematte richtig benutzt wird. Und das ist leider nur selten der Fall. Dann aber kann die schaukelnde Matte erwiesenermaßen eine besonders wertvolle therapeutische Wirkung entfalten, die sogar in der Physiotherapie Einsatz findet. Denn sämtliche Muskeln werden - richtige Liegeposition stets vorausgesetzt - völlig entspannt, Gleichgewichtssinn und eine Reihe wichtiger Muskelfunktionen aktiv gefördert. Zusätzlich sollen die schaukelnden Bewegungen an die beruhigenden Wiege-Effekte der Baby-Zeit erinnern.

Wie aber liegt man optimal in der Matte? Nicht längs, sondern quer! Die Längsausrichtung entstand beim "Import" der ersten Hängematten nach Europa durch die Schifffahrt: Denn schon bald hatten die ersten Europäer in Amerika, Seefahrer, entdeckt, dass die Matten als Schlafplätze für die Matrosen nicht nur besonders platzsparend, sondern durch das Schaukeln auch besonders angenehm waren: Die Hängematte hielt also Einzug in die Schifffahrt und kam so zu uns. Allerdings orientierte man sich fälschlich an der von den Betten bei uns bekannten Längsrichtung. In Verbindung mit falscher Spannung und schlechtem Material kann es bei Tuch- und Netzhängematten so sehr leicht zu Rückenproblemen kommen.

Richtig ist: In Hängematten ohne Stäbe sollte man nach Möglichkeit quer oder zumindest diagonal liegen. Gute Hängematten (Tuch oder Netz) weisen daher eine solche Breite auf, dass der menschliche Körper in ausgestreckter Länge quer in die Hängematte hineinpasst.

Achtung: Stab-Hängematten aber immer längsmäßig nützen – es besteht sonst die Gefahr, leicht herauszufallen.

Und noch einige Tipps:

  • Breite: Motto: Je breiter, desto bequemer!
  • Qualität: Bei Hängematten gibt es große Qualitätsunterschiede, sowohl was die Konstruktion als auch das Material selbst betrifft. Vor allem Netz-Hängematten gerieten aufgrund schlechter und billiger Importware zu Unrecht in den Ruf, leicht kaputt zu gehen und überdies sehr unbequem zu sein. Im Hinblick auf Liegekomfort und Entspannungswirkung lohnt sich eine ausführliche Recherche vor dem Kauf. Bei Netz-Hängematten darauf achten, ob das Netz original handgeknüpft ist. Generell sollte auch auf faire Produktionsbedingungen der Hängematte geachtet werden – selbst wenn die Matte dann um einige Euro teurer ist!
  • Innen- und Außeneinsatz: Bei Outdoor-Matten immer auch nach leichter Reinigung und Wetterfestigkeit erkundigen.
  • Kinder: Soll die Hängematte auch von Kindern genützt werden, beim Kauf nach Belastbarkeit (gute Netz-Hängematten sind relativ empfindlich!) und Sicherheit fragen.
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