10.05.2022 17:00 |

Rund ums Inntal

1100 Kilometer Radwege: Was jetzt noch geplant ist

Radfahren boomt - ob klassisch, im Rennmodus oder mit Elektro-Antrieb. Tirols überregionale Radwanderwege werden immer weiter ausgerollt. Die „Krone“ hat nachgefragt, wohin die Reise für Pedalritter geht. Der Anschluss an den Innradweg ist bei den meisten Projekten das Ziel. 

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Aui und oi! In Tirol gibt es kaum etwas dazwischen. Kein Wunder also, dass im Routenplaner des Landes vor allem Mountainbike-Strecken verzeichnet sind. 600 sind es an der Zahl. Dagegen machen sich die 36 überregionalen Radwanderrouten zwischen Lechtal und Lienzer Becken bescheiden aus.

Und doch: Die Zahl der asphaltierten und gut ausgebauten Wege für Pedalritter ohne Gipfelambitionen steigt. 68 Kilometer Radwege sind heuer in Arbeit. Für 69 weitere Kilometer laufen die Planungen. „Wir fahren ein hohes Tempo beim Ausbau der regionalen und überregionalen Radwege. In nahezu allen Haupttälern bestehen mittlerweile Radwanderouten. Das Netz umfasst insgesamt 1100 Kilometer“, freut sich LHStv. Josef Geisler als zuständiger Referent in der Landesregierung.

Vom Stubaital bis nach Innsbruck freie Fahrt
Eines der größten Projekte wird im Stubaital realisiert. 2025 soll der Stubai Radweg mit einer Länge von rund 40 Kilometern fertig sein. Ziel ist auch die Anbindung ans Wipptal und freie Fahrt bis nach Innsbruck. „Der Lückenschluss zwischen Innsbruck und Steinach ist für 2024/25 anvisiert“, ergänzt Christian Molzer, Vorstand der Abteilung Landesstraßen und Radwege. Auch im Stanzertal und im Paznaun haben Gemeinden und Tourismusverbände Großes vor. Dort will man den Anschluss an den Innradweg bei Landeck. Ein weiteres „viel versprechendes Projekt“, wie es Molzer ausdrückt, ist die Verbindung vom Seefelder Plateau ins Inntal. Die Idee dahinter: Den Zirler Berg mit mehreren Schleifen über Forstwege für Radwanderer bewältigbar machen.

Am Innradweg werden Lücken geschlossen
Ziel der meisten überregionalen Radwege ist der Innradweg. Dieser ist auf weite Strecken umfassend ausgebaut. Rund 206 der 220 Kilometer Wegstrecke weisen derzeit eine Asphaltdecke auf. Jedes Jahr werden weitere Lücken geschlossen und Abschnitte optimiert.

Was das bringt, wird am Teilstück zwischen Völs und Zirl deutlich. Dieses wurde vor einem Jahr asphaltiert. Danach stieg die Frequenz unter der Woche um 22 Prozent, an Samstagen um satte 79 Prozent. Verbesserungen am Innradweg ziehen aber nicht nur Radwanderer, sondern auch die rasant wachsende Gruppe der Rennradfahrer an. Christian Molzer hat auch dazu Zahlen für die Strecke Völs bis Zirl: „Unter der Woche hat sich die Anzahl der Rennräder verdreifacht, am Wochenende sogar verfünffacht.“

Land erhebt Ist-Zustand in den Gemeinden
Noch gibt es viel zu tun, vor allem abseits der Hauptrouten und rund um die einzelnen Gemeinden. Zielgruppe regionaler Radwege sind nicht primär Freizeitsportler, sondern Alltagsradler, die dafür ihr Auto stehen lassen. Die Abteilung Geoinformation des Landes hat bisher die Infrastruktur in 240 Gemeinden erfasst - Mitte des Jahres soll alles komplett sein. „Wir erheben neben Radwegen oder Mehrzweckstreifen auch Abstellplätze, Servicestellen und Hindernisse wie Unterführungen“, führt Projektleiterin Martina Falkner aus. Mit den Daten können Gemeinden planen, wie sie künftig den Radfahrern den roten Teppich ausrollen wollen.

Tourenplanung im Internet und mit Hilfe einer App
Die vom Land ausgearbeitete Plattform www.radrouting.tirol umfasst neben 1100 Kilometer Radwanderwegen auch 6400 Kilometer Mountainbikerouten, 330 Kilometer Singletrails und zusätzlich rund 1000 Kilometer ausgewählte Rennradrouten. Auch eine eigene Radapp Tirol wurde erarbeitet. Diese enthält ebenfalls alle Routen inklusive wichtiger Zusatzinformationen. Sie ist mit der Verkehrsauskunft Österreich verknüpft - für Touren mit Öffi-Unterstützung.

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