Sieg über Perwak

Wimbledon: Tamira Paszek steht im Viertelfinale

Sport
28.06.2011 09:17
Tamira Paszek hat am Montag ihren Erfolgslauf in Wimbledon fortgesetzt. Die Vorarlbergerin zog mit einem 6:2, 2:6, 6:3 gegen die Russin Xenia Perwak ins Viertelfinale ein. Dort wartet heute mit Wictoria Asarenka die aktuelle Nummer vier der Welt. Die Weißrussin gewann gegen Nadja Petrowa (RUS) 6:2, 6:2.

Nach 2:18 Stunden sank sie auf Court 14 in die Knie und feierte ihren bisher größten Erfolg: Paszek steht als zweite Österreicherin nach Judith Wiesner (1996) in Wimbledon in der Runde der letzten Acht.

Die 20-jährige Vorarlbergerin ist damit die jüngste noch im Bewerb verbliebene Spielerin. Sie könnte am Dienstag österreichische Tennis-Geschichte schreiben, denn ins Halbfinale eines Major-Turniers ist bisher noch nie eine Akteurin aus der Alpenrepublik eingezogen. Paszek wird sich mit den bereits gewonnenen 500 Punkten im neuesten WTA-Ranking am kommenden Montag von Platz 80 auf eine Position um Platz 40 einordnen und hat bereits jetzt ein Preisgeld in Höhe von 154.746 Euro sicher.

Zweiten Satz durch Eigenfehler abgegeben
Die nur 1,65 Meter kleine, aber plötzlich wieder groß aufspielende Paszek startete am Montag gleich mit einem Break in die zweite Turnierwoche, büßte zwar dann einen 2:0-Vorsprung wieder ein, doch nach Breaks zum 3:2 und 5:2 stellte sie mit einem Ass die 1:0-Satzführung her. Im zweiten Durchgang hingegen beging sie plötzlich weit mehr Eigenfehler, geriet rasch mit 0:3 in Rückstand und musste den zweiten Satz abgeben.

Im entscheidenden Satz gelang Paszek wieder ein Break zum Auftakt, Perwak, die sich bei 2:1 für Paszek am rechten Unterarm eine medizinische Auszeit nahm, gelang aber das Rebreak zum 3:3. Paszek blieb jedoch dran, nahm der gleichaltrigen Russin neuerlich den Aufschlag ab und ließ sich dann selbst Tabletten geben.

Erster Matchball verwertet
Die verkühlte Paszek geriet in der Folge bei 4:3 und eigenem Service mit 0:40 in Rückstand und wehrte insgesamt vier Breakbälle ab. Das 5:3 war die Entscheidung zugunsten der Dornbirnerin. Sie nahm der Weltranglisten-89. den Aufschlag ab und verwertete wie schon gegen Francesca Schiavone im Marathonmatch am Samstag ihren ersten Matchball.

Tamira Paszek war dementsprechend erfreut über ihren Lauf in Wimbledon. "Ein unbeschreibliches Feeling momentan. Ich glaube, ich brauche einmal drei, vier Stunden, um das Ganze zu realisieren. Aber es fühlt sich sehr toll an und ich bin überglücklich." Das Match selbst sei mit vielen Höhen und Tiefen verlaufen, und natürlich war sich die Vorarlbergerin bewusst, welch große Chance auf ihr erstes Viertelfinale vorhanden war. "Es war ein Match, das ich eigentlich nicht verlieren sollte. Darum habe ich versucht, mir während dem Match vorzustellen, dass ich bei irgendeinem Turnier ein Erstrundenmatch spiele", verriet Paszek einen mentalen Trick.

Gegen Wiktoria Asarenka ist Paszek im Viertelfinale nun doch klare Außenseiterin. Das bisher einzige Duell hat die Weißrussin 2008 im Viertelfinale von Montreal mit 6:4, 7:5 gewonnen. Vor allem ihre Aufschlagleistung betreffend wird sich Österreichs Nummer eins deutlich steigern müssen, um auch Asarenka ärgern zu können. "Natürlich habe ich von ihr gehört. Sie ist eine großartige Spielerin und zeigt hier tolle Resultate. Ich freue mich auf das Match mit ihr", sagte Asarenka zum Match gegen Paszek.

Serena Williams gegen Bartolli ausgeschieden
Titelverteidigerin Serena Williams schied am Montag im Achtelfinale hingegen überraschend aus. Die als Nummer sieben gesetzte US-Amerikanerin musste sich der Französin Marion Bartoli, die schon bei den French Open das Halbfinale erreicht hatte, mit 3:6, 6:7 (6) geschlagen geben. Bartoli trifft nun im Viertelfinale auf die Deutsche Sabine Lisicki. Auch für Serenas Schwester Venus war am Montag Schluss. Sie unterlag 2:6,3:6 gegen die Bulgarin Tswetana Pironkowa. Sensationell ausgeschieden ist auch die topgesetzte Dänin Caroline Wozniacki, die sich der Slowakin Dominika Cibulkova mit 6:1, 6:7 und 5:7 beugen musste.

Melzer/Petzschner im Doppel weiter
Ein Erfolgserlebnis gab es am Montag auch für Jürgen Melzer. Der Niederösterreicher zog mit seinem Doppelpartner Philipp Petzschner durch ein 6:7(4), 7:6(1), 6:4 gegen Ryan Harrison/Travis Rettenmaier aus den USA in die zweite Runde ein.

Auch Alexander Peya/Christopher Kas qualifizierten sich für das Viertelfinale. Der Wiener und der Deutsche rangen Österreichs früherem Wimbledon-Doppelfinalisten Julian Knowle und dessen südafrikanischen Partner Kevin Anderson nach 4:18 Stunden mit 7:6 (5), 6:7 (1), 6:4, 5:7 und 8:6 nieder. Kas/Peya wehrten dabei im fünften Satz auch einen Matchball ab.

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