Leben für die Politik

Siegfried Gasser ist verstorben

Vorarlberg
02.05.2022 10:18

Er war Bürgermeister von Bregenz, Landesrat und Landtagspräsident, nun ist Siegfried „Siegi“ Gasser mit 80 Jahren verstorben. 

Er war ein Politiker, der es geschafft hat, Ansehen auch über Parteigrenzen hinaus zu erlangen: Siegi Gasser wurde im Jahre 1973 von Landeshauptmann Keßler zum Landesrat berufen. Damals war er für Inneres, Schulen und Kindergärten zuständig  - also für „alles, was niemand sonst machen wollte“, wie er einmal sagte. Schließlich wurde Gasser Landesstatthalter, später fungierte er als Landtagspräsident. 

Siegi Gasser. (Bild: Mathis Fotografie)
Siegi Gasser.

Ein „echter“ Bregenzer
In Erinnerung wird Gasser aber wohl den meisten als äußerst engagierter Bürgermeister der Stadt Bregenz bleiben. 1990 stellte er sich der Wahl - und gewann triumphal. Er konzentrierte sich damals auf „die Stärken der Stadt - und nicht auf jene Bereiche, in denen es einen Aufholprozess gebraucht hätte, um andere Städte einzuholen,“ erklärte er der „Krone“ im Jahr 2016. Zwar wurde Gasser am 16. Juli 1941 im deutschen Saarland geboren und wuchs in Schruns auf, dennoch war er durch und durch Bregenzer. 

Zentrum der Kultur
In die Zeit seiner politischen Verantwortung fielen der Umbau des Festspielhauses, die Renovierung des Kornmarkttheaters und der Neubau des Kunsthaus Bregenz. Was heute selbstverständlich ist, war damals allerdings durchaus mit Widerständen verbunden. So festigte er den Ruf von Bregenz als Zentrum der Kultur.

(Bild: Vorarlberger Landesbibliothek, Sammlung Helmut Klapper)

Keine Zurufe von der Seitenlinie
Gasser zeichnete sich dadurch aus, dass er lieber Verbündete suchte als seinen Willen mit dem Kopf gegen die Wand durchzusetzen. „Am Ende“, sagte er, „interessiert es niemanden, wer den Antrag gestellt hat.“ Im Jahre 1998 zog er sich in die Pension zurück.  In den letzten Jahren beschäftigte sich Gasser weiterhin intensiv mit politischen Entscheidungen, Zurufe von außen waren von ihm allerdings niemals zu vernehmen. 

Siegfried Gasser mit Conny. (Bild: Mathis Fotografie
Schweizerstrasse 22
A-6845 Hohenems
mathis@fotovideo.at

UID NR.: ATU 699 20179
IBAN: AT93374610000084400
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Siegfried Gasser mit Conny.

Gesprächsbereitschaft und Empathie
"Mit Siegi Gasser verliert die Landeshauptstadt Bregenz einen stolzen Bregenzer, einen Politiker mit Handschlagqualität, einen aufrechten Demokraten und einen wunderbaren Menschen“, würdigte Bregenz-Bürgermeister Michael Ritsch den Alt-Bürgermeister. Auch Gesprächsbereitschaft und Empathie waren Eigenschaften, die Gasser auszeichneten. „Wir verlieren mit ihm in erster Linie einen wunderbaren Menschen, der bis zum Schluss im engen Kontakt mit der Bregenzer Volkspartei - seiner politischen Heimat - gestanden ist. Darüber hinaus hat er unsere Stadt sowohl als Bürgermeister als auch in seinen zahlreichen anderen Funktionen geprägt und begleitet“, zollten die VP-Stadträte Veronika Marte, Michael Rauth, Michael Felder und Florian Rainer dem Leben und Wirken von Gasser Respekt.

Landeshauptmann über Siegi Gasser
Auch die Landespolitik erinnerte gestern an die Leistungen von Siegi Gasser.  Dieser habe die Entwicklung des Landes Vorarlberg maßgeblich mitgestaltet und mitgeprägt, betonte Landeshauptmann Markus Wallner am Montag und rief einige Meilensteine in Erinnerung: „Die Einrichtung der Fachhochschule, der Bau von über 50 neuen Schulen und Kindergärten im ganzen Land, die Errichtung der Feuerwehrschule mit einem modernen Katastrophenschutzzentrum in Feldkirch, oder die Optimierung der Vorarlberger Landes-Wohnbauförderung.“ Ob im Bregenzer Rathaus, auf Landesebene, als Vorarlberger Repräsentant in Wien, bei der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK), bei der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (ARGE ALP) oder im EU-Ausschuss der Regionen: „Siegi Gasser hat sich um Vorarlberg und seine Bevölkerung in vielfältiger Weise sehr verdient gemacht“, bekräftigte der Landeshauptmann. Und Landtagspräsident Harald Sonderegger betonte: „Siegi Gasser hat seine Arbeit immer demütig ausgeübt und als Dienst an den Menschen gesehen. Er hatte immer ein Ziel vor Augen: das Wohl der Gemeinschaft.“

Nach dem Tod seiner Frau Maria fand er ein zweites privates Glück mit Conny, er hinterlässt zwei Söhne.

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