01.05.2022 09:15 |

Talk mit Schuss Ironie

Hutters „glorreiche 7 Lehren“ aus der Pandemie

Ein „Krone“-Gespräch mit Umweltmediziner Hans Peter Hutter darüber, was Österreich aus der Pandemie lernen kann.

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Als wir Umweltmediziner Hans Peter Hutter treffen, läuft gerade Musik von Ennio Morricone. Eigentlich recht treffend für unser Thema, wie der Experte von der MedUni Wien meint. Mehr als zwei Jahre Pandemie - und was hat Österreich daraus gelernt? Oder was kann es daraus lernen?

Dazu hat Hutter „die glorreichen sieben Lehren“ für uns:

  • „Also erstens vorab: Wildtierhandel, Zerstörung von Ökosystemen, Raubbau an der Natur - wenn es so weitergeht, kommt die nächste Seuche bestimmt“, stellt der Fachmann klar.
  • Und was hat er - zweitens - zu den Corona-Hygienemaßnahmen zu sagen? Vor allem, dass sie einfach sind: „Sie sind wirksam, kinderleicht anwendbar - und sie erfordern keine geistigen Höchstleistungen.“ Und dass es in Wahrheit ja gerade zuletzt wirklich nicht soooo arg viele waren.
  • Daraus ergibt sich als dritter Punkt, was man aus der Pandemie bisher für künftige ähnliche Krisen mitnehmen kann: „Die wenigen Maßnahmen konsequent umsetzen und durchhalten“, plädiert er, „statt von Lockdown und Schulschließungen zu ,Alle Maßnahmen fallen lassen‘ zu taumeln.“
  • Und wenn wir schon bei Maßnahmen sind, noch eine Erkenntnis als Punkt vier: „Masken ersticken weder Kinder in der Schule noch - auch das sollte bekannt sein - chirurgisches Personal während Operationen“, erklärt Hutter - wie üblich mit diesem einen Schuss an Ironie, der ihn so sympathisch macht.
  • Zum Hin und Her bei den Maßnahmen in den vergangenen zweieinhalb Jahren hat Hutter eine klare Ansage als Punkt fünf: „Wenn die Politik keine Balance in der Maßnahmenentscheidung findet und diese dann noch schlecht kommuniziert - und so mehr Verwirrung als Klarheit schafft -, dann muss die Bevölkerung eben g‘scheiter sein und solidarisch handeln.“
  • Und er legt als sechste Lehre gleich nach - dieses Mal, was Lügenmärchen und Verschwörungstheorien betrifft: „Wenn Elfi oder Harald Mustermann posten, dass sie gehört haben, der Mann der Cousine der Nachbarin hat nach der Impfung einen magnetischen Arm, Fußpilz, ein Dröhnen im Kopf, Haarausfall und spürt Veränderungen seiner DNA“, so der Experte, „dann bitte doch das Hirn einschalten und die Informationsquelle wechseln.“
  • Klingt ja eigentlich alles recht einfach. Ja, nickt Hutter. Aber ob wir wirklich daraus etwas lernen? „Na ja“, sagt er und nennt als siebente Lehre: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Silvia Schober
Silvia Schober
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