„Krone“-Kommentar

Nehammers Reise nach Moskau – Blamage

Kolumnen
14.04.2022 06:00

Österreich von außen betrachtet ist immer wieder ein Kasperltheater. Das beweist die vorauseilende und rückblickende Kritik an Nehammers Reise nach Kiew und Moskau. Es ist nur alles überhaupt nicht mehr lustig.

Als der Kanzler zu Selenskyj und Klitschko aufbrach, wetterte die Opposition, dass der Solidaritätsbesuch in der Ukraine Österreichs Neutralität widerspreche. FPÖ-Obmann Herbert Kickl würdigte den Bundeskanzler sogar als „Klitschko-Fanboy“ herab. Als bekannt wurde, dass Nehammer auch nach Moskau reist, erklärte Russland-Experte Gerhard Mangott, der Kanzler liefere Putin „großartige Fernsehbilder“.

Kommentiert für die „Krone“: Journalistin und In­ter­vie­w­e­rin Conny Bischofberger (Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)
Kommentiert für die „Krone“: Journalistin und In­ter­vie­w­e­rin Conny Bischofberger

Ablenkungsmanöver?
Es gab aber gar keine Bilder, weder zum Auftakt des Treffens noch danach. Keine Pressekonferenz, kein Handshake. Warum, das wussten die politischen Gegner natürlich auch. Da könne Nehammer seine eigene Geschichte verbreiten. Die abstruseste Erklärung aber lieferte Peter Pilz. Bei den Reisen Nehammers habe es sich um einen „Ausfluchtversuch“ gehandelt, weil die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt in der Cobra-Affäre um zwei Leibwächter der Familie Nehammer nun wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs ermittelt.

Außer einer Blamage habe das alles nichts gebracht. Nehammer sei „umsonst nach Moskau gefahren“. Der österreichische Bundeskanzler war der erste westliche Regierungschef, der Putin nach Ausbruch des Krieges getroffen hat. Ihm das nicht anrechnen zu können, dahinter gar ein Ablenkungsmanöver zu wittern, das ist blamabel.

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