Der erste schlimme Unfall passierte in der 15. Runde: Nachdem der 41-jährige McNish in einer Kurve mit dem Ferrari des Franzosen Anthony Beltoise zusammenstieß, rutschten beide Wagen mit hoher Geschwindigkeit durchs Kiesbett. Danach knallte der Audi des Schotten in die Reifenstapel, wurde meterhoch in die Luft geschleudert und regelrecht in Einzelteile zerlegt.
Die umstehenden Streckenposten und Fotografen konnten sich gerade noch rechtzeitig vor den umherfliegenden Wrackteilen in Sicherheit bringen. Allan McNish konnte unverletzt aus dem völlig zerstörten Audi aussteigen (Bilder), wurde zur Beobachtung aber ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde bekannt, dass er eine Gehirnerschütterung erlitten hatte.
Anthony Beltoise überstand den Crash ohne Blessuren. Nach dem Unfall gab es fast eine einstündige Safety-Car-Phase, ehe die Fahrer wieder Vollgas geben konnten.
Nächster Audi-Fahrer im Spital
Doch bereits rund eine Stunde vor Mitternacht der nächste Schock für die Audi-Box: Vorjahressieger Mike Rockenfeller touchierte bei einem Überholmanöver und einer Geschwindigkeit von rund 300 km/h wie McNish am Nachmittag ebenfalls einen Ferrari. Der Wagen krachte in der Indianapolis-Passage in die Leitplanken, wurde völlig zerstört. Auch hier flogen Teile des Fahrzeuges wie Geschosse durch die Luft. Rockenfeller konnte wie McNish alleine aus dem Wagen steigen. Auch er wurde zur Kontrolle ins Spital gebracht, um festzustellen, ob die Fleischwunde am Arm die einzige Verletzung war.
Obwohl die Crashs relativ glimpflich ausgingen, riefen die Bilder unweigerlich die Erinnerungen an die Katastrophe von vor auf den Tag genau 56 Jahren wach. Damals raste beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans der Franzose Pierre Levegh mit seinem Mercedes in die Zuschauer, der Wagen explodierte in der Menge. 82 Menschen, darunter Levegh, starben, mehr als 200 wurden bei dem bis dahin schwersten Rennsportunfall verletzt.
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