In seiner neunten Proberunde verlor der 23-Jährige die Kontrolle über seinen Red Bull, raste über einen Randstein und krachte heftig in die legendäre Wand, die auch "Mauer der Champions" genannt wird. Via Boxenfunk gab Vettel schnell Entwarnung: "Mir geht es gut." Unverletzt, aber verärgert kehrte der Deutsche in die Garage zurück. Sein RB7 war vor allem auf der rechten Seite schwer beschädigt.
Dabei dürfte Vettel kaum getröstet haben, dass mit jener Mauer einst auch schon die früheren Weltmeister Michael Schumacher, Damon Hill und Jacques Villeneuve unliebsame Bekanntschaft machten. Tatenlos musste der souveräne WM-Spitzenreiter, der in Kanada seinen sechsten Sieg im siebten Saisonrennen anpeilt, seinen Rivalen bei der Jagd nach der Trainingsbestzeit zuschauen.
Rosberg überrascht im ersten Training
Schnellster war im ersten Freien Training etwas überraschend Nico Rosberg im Mercedes. Der Deutsche benötigte am Freitag 1:15,591 Minuten für die 4,361 Kilometer lange Runde auf dem Circuit Gilles Villeneuve. Zudem wurde Teamgefährte Michael Schumacher mit 0,958 Sekunden Rückstand Dritter. Auf Rang zwei fuhr der spanische Ferrari-Star Fernando Alonso (+0,548). Vettel wurde am Ende auf Platz 16 geführt.
In der Türkei war ihm ein ähnliches Missgeschick passiert, als er im ersten Training in die Leitschienen gerast war. Dennoch fuhr er einen Tag später zur Pole Position und gewann anschließend auch das Rennen. Schon vor der ersten Runde in Montreal hatte Vettel eine böse Vorahnung beschlichen. "Das wird eines unserer schwersten Wochenenden. Die Mauern sind so dicht an der Strecke. Es gibt keinen Raum für Fehler", hatte er gesagt.
Im zweiten Training erzielte Fernando Alonso die Tagesbestzeit (1:15,107 Minuten). Damit war der Spanier 0,369 Sekunden schneller als Weltmeister Vettel. Dritter wurde Felipe Massa im zweiten Ferrari (+0,494) vor dem McLaren-Duo Lewis Hamilton und Jenson Button.
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