Luger angegriffen

Seit Pandemiebeginn werden Politiker öfter bedroht

Oberösterreich
19.03.2022 08:00

Der Angriff eines betrunkenen, einschlägig vorbestraften Gewalttäters auf den Linzer Bürgermeister Klaus Luger wirft ein Schlaglicht auf einen traurigen Wandel: Seit Beginn der Pandemie ist die Hemmschwelle gegenüber Politikern stark gesunken, auch wenn es glücklicherweise meist bei der Androhung von Gewalt bleibt.

„Fakt ist, dass die Bedrohungslage für politisch exponierte Persönlichkeiten stark zugenommen hat. Die Hemmschwelle, jemanden zu bedrohen – sei es online oder bei Demonstrationen in Ballungsräumen – hat deutlich abgenommen“, resümiert Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. Die Exekutive erstellt bei Drohungen maßgeschneiderte Sicherheitskonzepte.

(Bild: Wenzel Markus)

„Aggressionspotenzial nochmals spürbar zugenommen“
Was sagen die menschlichen „Ziele“? „In der Politik – und gerade beim Corona-Management – kann man es nie allen Landsleuten recht machen. Aber in letzter Zeit hat bei bestimmten Personengruppen das Aggressionspotenzial nochmals spürbar zugenommen. Wenn man selber bedroht wird, dann ist das natürlich alles andere als angenehm“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer. 

Stelzer war selbst massiv bedroht worden, auch seine Familie war betroffen. Der Landeschef bekam im Wahlkampf und bei Auftritten von Polizei und Verfassungsschutz Personenschützer zur Seite gestellt.

Zitat Icon

Wir brauchen ein Maßhalten der Worte und auch das gemeinsame Verständnis, dass das Aufeinanderzugehen uns weiter bringt als aufeinander loszugehen. Wir müssen uns die Hände reichen und als Gesellschaft wieder normal miteinander umgehen.

LH Thomas Stelzer

Früher denkunmöglich
Etwas, dass vor ein paar Jahren noch als nahezu denkunmöglich erschien, wie Stelzers Vorgänger Alt-LH Josef Pühringer sagt: „Ich war nur zweimal tätlichen Angriffen ausgesetzt. Einmal bei einer Kraftwerksdemo in Stadl-Paura, als ich einen Schlag in die Magengrube bekam. Und ein weiteres Mal, als mir jemand aufs Autodach schlug. Drohungen gab es natürlich öfter. Aber mit so etwas muss man als Politiker leben lernen. Ich hatte Glück, ich brauchte nur in 0,1 Prozent meiner Amtszeit Personenschutz. Durch die sozialen Medien, wo jeder ungeniert anonym hetzen kann, hat sich das leider zuletzt sehr geändert.“

Schleuse wegen Terrorgefahr
Aufgrund der damaligen Terrorgefahr wurde im September 2017 beim Linzer Landhaus ein zentraler Eingang zum Bürgerservice gebaut. Wenn man weiter will, muss man zuerst durch eine Sicherheitsschleuse, wie sie bei Gerichten oder am Flughafen üblich ist.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele