„Unglaublich viele“

Leichenhallen in Belarus voll mit Moskaus Soldaten

Ausland
14.03.2022 08:26

Über die Anzahl an gefallenen russischen Soldaten schweigt sich der Kreml aus. Die ukrainischen Streitkräfte schätzen die Verluste des Angreifers auf 12.000 getötete russische Kämpfer, auch hochrangige Top-Generäle sollen im Kriegsgebiet bereits ihr Leben verloren haben. Was mit den Leichen passiert, darauf gibt es nun Hinweise in Weißrussland: Einige Krankenhäuser und Leichenhallen seien mit russischen Soldaten überfüllt. Dort seien „unglaublich viele Tote“, berichtete ein Augenzeuge.

Während die russische Armee keine Angaben zu den eigenen Verlusten im Krieg macht, veröffentlichen die ukrainischen Behörden regelmäßig ihre Schätzungen dazu, wie viel Material und Soldaten der Angreifer bislang verloren haben könnte.

Noch im Februar hatte die Regierung in Kiew das Internationale Komitee des Roten Kreuzes gebeten, die Leichen der russischen Soldaten in ihre Heimat zu transportieren. Was Moskau mit seinen gefallenen Kämpfern genau macht, ist nicht vollständig geklärt. Zumindest ein Teil soll allerdings nach Weißrussland gebracht werden. Zeugen berichten, dass in Ortschaften nahe der ukrainischen Grenze die Spitäler und Leichenhallen mit russischen Militärangehörigen überfüllt sind, berichtete der Sender Radio Liberty.

Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür allerdings nicht. Ärzte hätten Geheimhaltungsverträge unterschreiben müssen. Wer mit Journalisten über die ungewöhnlichen Patienten spricht, dem droht die Kündigung. Doch Bewohner von betroffenen Orten berichteten, dass ein Spital in der Stadt Masyr die Aufnahme von weißrussischen Patienten sogar beschränken musste, da die Stationen von russischen Soldaten geflutet worden waren.

Friedhof in Weißrussland wurde abgesperrt und bewacht
In der Stadt seien außerdem russische Züge gesehen worden, auf die die Leichen von Soldaten verladen wurden. „Es gab unglaublich viele Leichen“, erklärte ein geschockter Einwohner dem Sender. Als andere Zeugen die Szenen mit dem Handy filmten, hätte sie das Militär dazu gezwungen, die Aufnahmen zu löschen. Der Informant erklärte weiter, dass im Dorf Kamenka, das nahe Masyr liegt, ein Friedhof abgesperrt worden war. „Niemand durfte ihn betreten und es wurden Wachen aufgestellt. Wahrscheinlich werden dort die Russen begraben. Zumal sich in der Nähe von Kamenka, in Bokov, ein Flugplatz und ein Militärstützpunkt der Russen befindet“, so der Zeuge.

Doch auch die Zahl an Verwundeten, die in Krankenhäusern in Gomel medizinisch versorgt werden, soll hoch sein. Verletzte Russen würden mit Bussen mit abgeklebten Fenstern ins Nachbarland der Ukraine gebracht. Die Leichen dagegen dürften laut Augenzeugen mit Militärlastwagen zum Flughafen transportiert werden und von dort ihre letzte Reise in die Heimat antreten.

Ungekühlte Leichen „verrotten, stinken und werden dann weggebracht"
Auch die britische BBC berichtete vor Kurzem, dass die russischen Leichen allmählich zu einem Problem im Süden von Weißrussland werden. Die Toten würden „nicht einmal in einem Kühlraum, sondern in einem einfachen kleinen Raum gelagert. Sie verrotten, stinken und werden dann weggebracht“, erklärte ein Informant. Auch die das ukrainische Militär vermutete in einem Post auf Facebook, dass Belarus russische Verwundete medizinisch versorge. „Es gibt nicht genügend Blutvorräte für chirurgische Operationen. Die angesammelten Reserven für die Bürger der Republik Weißrussland werden eingenommen - etwa zwei Drittel dieser Reserve wurden für die Behandlung der russischen Soldaten verwendet“, heißt es in dem Beitrag.

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