Mi, 17. Oktober 2018

Coup in Oberwang

25.05.2011 08:22

Salzburg fungierte als Drehscheibe für Banken-Bande

Unglaubliche Details sind nun zu dem versuchten Bankraub vergangene Woche in Oberwang (OÖ) ans Licht gekommen. Drei der fünf gefassten Rumänen sind eine Familie, die seit Jahren unauffällig in Henndorf lebt. Für den geplanten Coup reisten aus der Heimat zwei Bekannte an, dann spionierte die Bande mehrere Institute im Flachgau und im benachbarten Oberösterreich aus. Von der schwierigen Ermittlungsarbeit bei den mobilen Tätergruppen aus dem Ausland sprach auch Oberst Josef Holzberger vom Landeskriminalamt Salzburg.

Am 19. Mai schlug die Räuberbande bei der Raiffeisen-Filiale in Oberwang zu (siehe Infobox). Mit einer Waffe bedrohten die Täter den Bankleiter und schlugen ihn nieder. Nachdem das Geldinstitut zu diesem Zeitpunkt schon geschlossen war, musste die Räuberbande ohne Beute flüchten. Auf der Westautobahn bei Mondsee konnte die Polizei die fünf Rumänen schließlich verhaften.

Banken im Flachgau und in OÖ ausspioniert
Jetzt steht fest, dass der Bankraub von langer Hand geplant war. Und drei der fünf mutmaßlichen Täter leben seit Jahren in Salzburg, konkret in Henndorf am Wallersee. Dort hatte sich die 41-jährige Putzfrau mit ihrem 21-jährigen Sohn und ihrem 42-jährigen Stiefbruder schon seit Längerem niedergelassen – und den Überfall vorbereitet.

Denn nur kurz vor der Tat reisten aus deren Heimatort in Rumänien zwei Bekannte der Familie an: Ein 34-jähriger Maler und ein 40-jähriger Arbeitsloser. Zu fünft sollen sie schließlich mehrere Banken in der Umgebung, also im Salzburger Flachgau und im benachbarten Oberösterreich, ausspioniert haben. Vorwiegend jene, die ganz in der Nähe der Westautobahn liegen.

Frau fungierte als Lenkerin des Fluchfahrzeugs
An jenem 19. Mai schließlich, am Vormittag, entschieden sie sich für die Raiffeisen-Filiale in Oberwang. Dann ging es auf einmal schnell. Noch am selben Tag fuhren sie kurz vor Kassenschluss bei der Bank vor, die Reinigungsfrau fungierte dabei als Lenkerin des Fluchtfahrzeugs. Während die Frau im Auto wartete, stürmten die Männer mit zwei Gas-Schreckschusspistolen bewaffnet und mit Baseballkappen und Sonnenbrillen vermummt ins Geldinstitut.

Doch bereits vor der Bank trafen sie auf den Filialleiter, der im Foyer gerade Geld vom Bankomaten abheben wollte. "Als der Bankbedienstete nicht reagierte, repetierte der Täter die Pistole, wodurch eine Patrone im Lauf stecken blieb", schildert ein Ermittler. Die Beschuldigten schlugen dem Filialleiter daraufhin mit der Waffe ins Gesicht.

Die vier Männer ergriffen dann die Flucht und wollten über die Westautobahn nach Salzburg zurückfahren. Durch den Hinweis zweier Gemeindebediensteter konnten sie eben auf einem Parkplatz in Mondsee abgefangen und verhaftet werden. Die fünfköpfige Bankraub-Familie sitzt nun im Gefangenenhaus in Wels.

Kriminalist: "Täter sind gleich wieder weg"
Oberst Josef Holzberger vom Landeskriminalamt weiß, wie schwierig es ist, ausländische Täterguppen zu erwischen, die heute sehr mobil seien. "Sie kommen nach Österreich, schlupfen bei Verwandten unter und sind nach der Tat gleich wieder weg", so Holzberger, "oder sie verlieren ihren Status als Asylwerber und tauchen dann bei Angehörigen unter".

Viele würden gefälschte Papiere benutzen und damit in der Datenbank der Behörden nicht auffallen. Es fehle an der wahren Identität, um den Verdächtigen auf die Spur zu kommen, sagt der Kriminalist, der aber auch die gute Zusammenarbeit mit den ausländischen Behörden, etwa mit Rumänien oder Moldawien, betont.

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