28.02.2022 12:05 |

Krisenstäbe tagen

Österreich bereitet Aufnahme von Flüchtlingen vor

Österreich bereitet sich auf die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge vor. In den Ländern tagen Krisenstäbe und in den Bundesbetreuungseinrichtungen Asylsuchende in kleinere Quartiere verlegt, um in den großen Häusern Kapazitäten freizubekommen. Ziel sei es, Platz für möglichst viele Menschen zu schaffen. Noch am Montag wird es weitere Gespräche mit NGOs und Blaulicht-Organisationen geben.

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Zudem wurde von der Bundesbetreuungsagentur (BBU) eine Plattform geschaffen, über die Privatpersonen Schlafplätze für Flüchtlinge aus der Ukraine anbieten können.

Über die E-Mail-Adresse nachbarschaftshilfe@bbu.gv.at kann man kundtun, für wie viele Menschen Platz für eine Unterkunft zur Verfügung wäre. Diese Quartierplätze gehen quasi ins normale Kontingent über. Bund und Länder verteilen die Flüchtlinge dann koordiniert.

Traiskirchen und Thalham als „Anlaufstellen“
Wie ein Sprecher der BBU betonte, schaue man, Platz für möglichst viele Menschen zu schaffen. Konkretere Angaben vermied er. Derzeit sei jedenfalls in den Bundesbetreuungseinrichtungen - die bekanntesten davon sind die Erstaufnahmezentren Traiskirchen und Thalham - Platz zur Verfügung. Vorbereitungen werden auch in den Bundesländern getroffen, so etwa in Wien, Salzburg, Kärnten und Oberösterreich.

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Wien verstärkt Hilfsmaßnahmen
„Wien nimmt die humanitäre Aufgabe aus voller Überzeugung wahr und bietet der ukrainischen Bevölkerung Schutz“, betont Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr. Bürgermeister Michael Ludwig verdeutlichte diese Haltung: Man verstärke die Hilfe vor Ort, indem man Hilfsorganisationen unterstütze und würde auch jenen helfen, die „die aus dem Land flüchten müssen und nach Wien kommen“. In Planung: Die Errichtung eines „Ankunftszentrums“ in der „Sport & Fun Halle Leopoldstadt“. Dort sollen Beratung sowie medizinische und psychosoziale Betreuung angeboten werden.

Salzburg rechnet mit 5000 Flüchtlingen
Das Land Salzburg hat zur Unterbringung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine Ende der Vorwoche einen Planungsstab eingerichtet, dem unter Federführung der Sozialabteilung Vertreter des Militärkommandos, des Roten Kreuzes und der Katastrophenabteilung des Landes angehören. Derzeit geht man im Bundesland Salzburg von bis zu 5000 Flüchtlingen aus. Man wolle bestehende Quartiere, Containerunterkünfte und auch die im Lungau errichteten Holzhäuser mit insgesamt 76 Plätzen zur Verfügung stellen. Die Messehalle könnte ebenfalls „umfunktioniert“ werden.

Kärntens Hilfe von Entscheidung des Bundes abhängig
Auch Kärnten will helfen, doch da das Land seine Unterbringungsquote seit Monaten zu annähernd 100 Prozent erfülle, gebe es derzeit in den Landesquartieren kaum Kapazitäten im Rahmen der Grundversorgung, heißt es. Ob die Notwendigkeit des Öffnens von Notunterkünften wie Turnsäle oder Feuerwehrhäuser bestehe, hängt von der Entscheidung der Bundesregierung im Einvernehmen mit dem Hauptausschuss des Nationalrates ab.

Oberösterreich: Koordination von Bundesheer, Caritas & Co.
In Oberösterreich beraten am Montagnachmittag Bundesheer, Polizei, Rotes Kreuz, Arbeitersamariterbund, Freiwillige Feuerwehr sowie Caritas und Volkshilfe mit LH Thomas Stelzer und Soziallandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP) in einer Videokonferenz, wie man die Aufnahme von Flüchtlingen am besten koordiniert. Kurzfristig könne man jedenfalls 1000 Personen aufnehmen. Wo diese untergebracht werden können, ist noch offen.

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