18.02.2022 14:05 |

Geldstrafe in Salzburg

Hochinfektiöser Vater trotz Corona im Kreißsaal

Die Geburt des ersten Kindes - Emotion pur. Das wissen alle Eltern. Doch was, wenn der werdende Papa kurz vor der Geburt positiv auf Covid-19 getestet wird? Das ist einem Salzburger passiert. Er fuhr aber trotz Infektion mit seiner hochschwangeren Frau ins Spital und begleitete sie in den Kreißsaal - und gefährdete dabei andere.

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„Was haben Sie sich gedacht“, will der Richter beim Prozess in Salzburg wissen. Der Angeklagte - ein Maschinenbau-Techniker aus dem Pongau - hat keine richtige Antwort. „Es war alles so chaotisch. Das Fruchtwasser ist geplatzt, da war Blut und alles ging so schnell.“ Er selbst habe an jenem 14. November nicht geglaubt, dass er positiv sei. Oder es nicht glauben wollen. Stunden zuvor hatte er das positive Testergebnis eines PCR-Tests erhalten. Symptome will er aber keine gehabt haben, so der Papa.

Als die Wehen einsetzten, fuhr er einfach mit seiner Frau in das Schwarzacher Spital - vorbei am Portier und zwei Hebammen. „Ein bis zwei Stunden“ sei der werdende Vater dann im Kreißsaal gewesen, wie der Angeklagte vor Gericht angab. Die Geburt hat er trotzdem nicht miterlebt - ein im Spital gemachter Test verlief positiv, mit dem CT-Wert 15. Er war also hochinfektiös.

2700 Euro Geldstrafe verhängt
„Warum haben‘s nicht einfach die Rettung gerufen?“, fragt der Richter. Der 30-Jährige nickt, sieht sein Fehlverhalten ein. Ankläger Robert Holzleitner unterstrich „die besonders emotionalen Umstände als werdender Vater“ und fordert Geldstrafe statt Haft. „Sie haben nicht nur das Personal, sondern auch Ihre Frau und Ihr Kind gefährdet“, betont der Richter. 2700 Euro Geldstrafe, nicht rechtskräftig.

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