Freude nicht ungetrübt

„Die Maske in der Schule polarisiert immer noch“

Nach den Semesterferien brauchen Schüler am Platz keine FFP2-Maske mehr. In die Erleichterung darüber mischen sich in der Schulgemeinschaft auch vorsichtig kritische Töne. Es ist offensichtlich: Der Mund-Nasen-Schutz – das Symbol der Pandemie schlechthin – lässt in der Schule noch immer die Wogen hochgehen.
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Seit Ende November mussten Kinder und Jugendliche in der Schule durchgängig die Maske tragen. Wenn am 28. Februar in Oberösterreich das Sommersemester startet, dürfen sie diese zumindest am Sitzplatz abnehmen. „Aus Schülersicht ist das natürlich eine Erleichterung“, sagt AHS-Landesschulsprecherin Susanna Öllinger. Auch der Elternvereinspräsident für Mittlere und Höhere Schulen, Joris Gruber, begrüßt „jeden Schritt Richtung Normalität. Die Kinder haben ja für die ganze Gesellschaft die Masken getragen – weil sie indirekt auch Eltern und Geschwister geschützt haben.“ In den Jubel mischen sich dennoch Bedenken. Masken- und Testpflicht hätten immerhin Schulschließungen verhindert. „Die Meinung über die Masken ist gespalten“, beschreibt Öllinger die Stimmung an den Schulen. Um den Präsenzunterricht nicht zu gefährden, brauche es Lockerungen „mit Bedacht: Die Gesundheit der Schüler muss an erster Stelle stehen“.

„Sicherheitstag“
Werner Hittenberger, Chef der AHS-Lehrergewerkschaft, mahnt zur Vorsicht und fordert einen „Sicherheitstag“: Am Tag nach den Semester- und auch noch nach den Osterferien sollten die Masken weiter getragen werden – bis die Ergebnisse der PCR-Tests eingelangt sind.

Offene Kritik
Experten wie Niki Popper oder Rot-Kreuz-Chef Gerry Foitik äußern offen Kritik an der gelockerten Maskenpflicht. Diese seien „gelinde, günstige und effektive Mittel, um Infektionen zu verhindern“, meint Foitik.

Hartnäckige Maskengegner
Die Maske polarisiere noch immer, stellt Elternvereinspräsident Gruber fest: Es gebe unter den Eltern hartnäckige Maskengegner. „An sie appelliere ich, den Kindern über die Krise zu helfen. Wenn ein Kind tagtäglich hört, dass es wegen der Maske leiden muss, leidet es irgendwann tatsächlich.“

Eigener Wiener Weg
Bei der Handhabung von Infektionen geht Wien ab Montag einen eigenen Weg: Sind in einer Klasse mehrere Schüler infiziert, werden nur die ungeimpften Kinder heimgeschickt, nicht mehr die ganze Klasse. OÖ plant so einen Sonderweg nicht: Man warte auf die vom Ministerium nach den Semesterferien angekündigten einheitlichen Regeln. „Diese werden wir umsetzen“, sagt LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP).

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