Do, 16. August 2018

Waffe des Vaters

12.05.2011 16:47

USA: Zehnjähriger Sohn erschießt Neonazi-Führer

Der zehnjährige Sohn des US-Neonaziführers Jeff Hall soll seinen Vater mit dessen eigener Pistole erschossen haben. Hall war in den frühen Morgenstunden des 1. Mai von der Polizei tot in seinem Haus in der kalifornischen Stadt Riverside gefunden worden. Der Sohn wurde bereits angeklagt.

Wie die Polizei in einer Aussendung mitteilte, war Hall durch einen "einzigen, gezielten Schuss" getötet worden. Auch wird die Tötung als "vorsätzlich" bezeichnet. Sein zehnjähriger Sohn hat die Tat bereits gestanden. Jetzt soll er vor ein Jugendgericht gestellt werden.

Eine Lokalzeitung beschreibt den Zehnjährigen als "kleinen, zart gebauten, babygesichtigen Buben", der in zerrütteten Verhältnissen aufgewachsen sein soll. Sein Vater sei bereits seit der Scheidung von der Kindesmutter im Jahr 2003 unter Observation des örtlichen Jugendamtes gestanden, da das Pärchen sich gegenseitig des Kindesmissbrauchs beschuldigt hatte. Hall hatte allerdings das Sorgerecht legal zugesprochen bekommen.

Der Anwalt des Buben deutete den Medien gegenüber an, er wolle auf die geistige Verwirrtheit des Sohnes plädieren: "Er ist noch ein Kind. Man kann ihn nicht wie einen Erwachsenen beurteilen."

Anführer einer radikalen Neonazi-Partei
Der 32-jährige Hall war der Anführer der rechtsradikalen Neonazi-Partei "Nationalsozialistische Bewegung" im Südwesten der USA. Sein Haus in der Stadt nahe Los Angeles diente als Hauptquartier der Extremistengruppe. Diese setzt sich laut ihrem offiziellen Parteicredo auf ihrer Webseite für die "Verteidigung der Rechte der Weißen" in den USA sowie für die Rassentrennung ein. Zuletzt hatte die Partei bei einer regionalen Wahl einen massiven Stimmenzuwachs verzeichnet.

Kinder mit SS-Ideologie erzogen
Am Tag vor seinem Tod hatte Hall einen Reporter der "New York Times" in seinem Haus zu Besuch. Der zehnjährige Sohn zeigte dem Journalisten stolz das Geschenk, "das mir Daddy gerade gegeben hat": ein Ledergürtel mit den SS-Runen auf der silbernen Gürtelschnalle. Hall, angesprochen auf seine Kinder, prahlte damit, so die "Times", seinen Sohn persönlich in der Handhabung einer Waffe zu unterweisen.

Als der Bub gefragt wurde, ob er eine gute Zeit habe, meinte dieser, Ja, aber seine vier jüngeren Schwestern würden ihn langweilen. Aber er sei ja schließlich der Älteste und der einzige Bub. "Und Buben sind wichtiger als Mädchen", so der Zehnjährige.

Gruppierung trauert um "Helden"
Der gelernte Installateur und Neonazi-Führer wird nun auf der Homepage seine Partei als "Held" betrauert. "Wir sehen uns in Walhalla wieder", heißt es da, in Anlehnung an die in rechtsextremen Kreisen beliebte nordische Mythologie.

Auf der Webseite sind zudem Videos zu sehen, die Hall und seine Kameraden bei bewaffneten Patrouillen an der US-mexikanischen Grenze zeigen. Sogenannte "Vigilantes" erschießen dort immer wieder illegale Einwanderer, die einen heimlichen Grenzübertritt versuchen. Die Asche des per Verbrennung bestatteten Hall soll nach Wunsch seiner politischen Gefolgschaft an der Grenze zu Mexiko verstreut werden.

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