Mo, 23. Juli 2018

Auftakt zu Runde 33

10.05.2011 22:35

Salzburg nach 4:2 gegen Kapfenberg gleichauf mit Sturm

Red Bull Salzburg ist am Dienstagabend auf dem Weg zur Titelverteidigung mit Tabellenführer Sturm Graz nach Punkten gleichgezogen. Die Bullen feierten zum Auftakt der 33. Bundesliga-Runde gegen den Kapfenberger SV einen 4:2-Zittersieg und liegen nur noch aufgrund des um zehn Treffer schlechteren Torverhältnisses hinter den Steirern zurück, die am Mittwochabend in Graz das Spitzenspiel gegen Austria Wien bestreiten.

Die Truppe von Coach Ricardo Moniz und Assistent Niko Kovac präsentierte vor 7.250 Zuschauern zwei komplett verschiedene Gesichter. Zur Pause stand es durch Tore von Simon Cziommer (22.), Roman Wallner (32.) und Dusan Svento (45.) völlig verdient 3:0. In der zweiten Hälfte verkürzten die Steirer aber absolut gerechtfertigt durch Treffer von Matej Mavric (47./Elfmeter) und Dieter Elsneg (64.) noch auf 2:3. Den dritten Sieg des Meisters in Folge konnte die Truppe von Coach Werner Gregoritsch aber nicht mehr verhindern. In der Nachspielzeit sorgte Wallner noch für das 4:2 (93.).

Auf beiden Seiten Stürmerstars absent
Beide Teams mussten auf einen wichtigen Stürmer verzichten. Bei den Kapfenbergern fehlte Deni Alar wegen Oberschenkelproblemen erneut, während die Salzburger den zuletzt in Torlaune befindlichen Brasilianer Alan krankheitsbedingt vorgeben mussten. Die Salzburger spielten trotzdem einen Tag nachdem Moniz und Kovac als "Dauerlösung" präsentiert worden waren, vor eigenem Publikum vorerst groß auf. Ein Linksschuss von Zarate wurde von KSV-Goalie Wolf aber noch über die Latte abgewehrt (16.).

Sechs Minuten später war die Führung der Gastgeber perfekt. Nach einem von Zarate zur Mitte abgespielten Freistoß attackierte Fukal, Cziommer nicht richtig und der Schuss des Deutschen landete genau im Kreuzeck. Wolf konnte den Ball nicht mehr entscheidend abwehren (22.). Beim 0:2 war der KSV-Schlussmann machtlos. Wallner machte mit einem Volleyschuss seinen 15. Saisontreffer perfekt, nachdem er nach einer gefühlvollen Hinteregger-Flanke und einer Cziommer-Kopfballweiterleitung ideal in Szene gesetzt worden war (32.).

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte landete ein von Erkinger abgefälschter Svento-Schuss im KSV-Tor (45.). Für die klar tonangebenden Salzburger, die von den eigenen Fans immer wieder mit "Standing Ovations" bedacht wurden, wäre eine noch höhere Führung möglich gewesen: Wallner scheiterte aus fünf Metern kläglich an Wolf (36.), zudem traf Jantscher nach einer schönen Einzelaktion die Außenstange (40.). Von den in die eigene Hälfte gedrängten Kapfenbergern war fast nichts zu sehen, mit einer einzigen Ausnahme: Ein von Afolabi abgefälschter Sencar-Weitschuss ging an die Oberkante der Latte (35.).

Bullen in der zweiten Hälfte wie ausgewechselt
Nach dem Seitenwechsel waren die Hausherren aber unverständlicherweise nicht mehr wiederzuerkennen. Von einer Spielfreude war nichts mehr zu sehen und dazu gesellten sich in der Defensive zahlreiche Fehler. Schon nach etwas mehr als 20 Sekunden legte Hierländer den starken Felfernig im Strafraum und Mavric verwertete den verhängten Elfmeter mit einem Lupfer genau in die Mitte souverän zum 1:3 (47.).

Die Steirer drängten weiter. Felfernig hatte mit einem Stangenschuss Pech (51.), dazu wehrte Salzburg-Goalie Tremmel einen Gregoritsch-Schuss über das Tor ab (56.). Der Anschlusstreffer fiel aber völlig zu Recht noch. Nach einem weiten Abschlag von Welnicki schlief die Salzburg-Abwehr und Elsneg schoss mit links genau ins lange Eck ein (64.).

Tremmel bewahrte seine Truppe bei einem Schuss von Tieber vor dem Ausgleich (72.) und verhinderte damit eine neuerliche Saison-Blamage gegen die Steirer. Am 16. Oktober 2010 hatten die "Falken" in Salzburg mit 2:0 gewonnen. In der letzten Aktion des Spiels machte Wallner mit seinem zweiten Treffer zum 4:2-Endstand endgültig den Sack zu (93.).

Stimmen zum Spiel
Ricardo Moniz (Salzburg-Trainer): "Die erste Halbzeit war okay. So wie wir uns in der zweiten Hälfte präsentiert haben, das geht aber nicht. Das hat etwas überheblich gewirkt und das kann ich nicht ausstehen. Es kann nicht sein, dass du zwei Gesichter hast. Wenn du 3:0 vorne bist, musst du, wenn du es nicht schaffst die Führung auszubauen, zumindest das Ergebnis verwalten. Der Sieg war auf Basis der ersten Hälfte verdient. Ich bin froh und stolz, dass wir die drei Punkte geholt haben. Die zweite Hälfte hat aber gezeigt, wie weit wir noch davon entfernt sind, wo wir hin wollen."

Werner Gregoritsch (Kapfenberg-Trainer): "In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft das gespielt, was ich mir vorgestellt habe. Durch Einwechslungen und einer Veränderung im System. Die erste Hälfte war inferior, weil wir im Zentrum nicht in der Lage waren, den Tempofußball und das quirlige Spiel zu unterbinden. Unsere Gegentore in der ersten Hälfte, das war Schülerliganiveau oder Unter 60, wo ich spiele. Normalerweise hätten wir uns ein Unentschieden verdient. Es ist schade, dass wir nach so einer zweiten Hälfte nicht belohnt werden. Als keiner mehr an uns geglaubt hat, haben wir zum Glauben begonnen."

Roman Wallner (Salzburg-Doppeltorschütze): "In der ersten Hälfte haben wir sehr gut gespielt, doch nach dem Elfmeter waren wir voll aus dem Konzept. Das darf bei einer 3:0-Führung nicht passieren. Zum Glück ist mir kurz vor Schluss noch das Tor gelungen. Das Wichtigste ist aber, dass wir die drei Punkte geholt haben. Und es spricht für uns, dass wir diese Partie doch noch gewonnen haben."

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