Schüsse in St. Pölten

Prozess-Start am Montag: Auch Opfer ist angeklagt!

Ein brisantes Detail im Fall der blutigen Auseinandersetzung zwischen zwei türkischen Landsmännern - 36 und 30 Jahre alt - in St. Pölten wurde am Freitag bekannt. Vor Prozessstart am Montag erfuhr die „Krone“, dass auch das 30-jährige Schussopfer wegen versuchter schwerer Körperverletzung und illegalem Waffenbesitzes angeklagt ist. Im August soll sich der 36-Jährige dann "gerächt" haben.

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Am kommenden Montag beginnt in St. Pölten der Prozess wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung, Vergehen der körperlichen Sicherheit und unbefugten Waffenbesitzes gegen einen Türken. Bei der blutigen Auseinandersetzung im August des Vorjahres wurde ein 30-Jähriger vor einem Haus im Bereich des Mühlweges schwer verletzt.

Vier Schüsse abgegeben
Der 36-jährige mutmaßliche Täter war mit dem Kontrahenten in Streit geraten, holte daraufhin eine illegal besessene Waffe aus seiner nahe gelegenen Wohnung und schoss in der Folge auf den 30-Jährigen. Insgesamt feuerte er viermal ab. Dabei traf er auch ein zufällig vorbeifahrendes Auto. Das Opfer erlitt einen Oberschenkel- und Unterschenkeldurchschuss.

Opfer ist ebenso angeklagt
Brisantes Detail: Auch das Opfer wird wegen versuchter schwerer Körperverletzung und illegalem Waffenbesitzes angeklagt, erklärt Birgit Eisenmagen vom Landesgericht St. Pölten gegenüber der "Krone". Der 30-Jährige hatte den späteren Schützen im Juni des Vorjahres mit einem Schlagring im Gesicht verletzt. Eine Riss-Quetsch-Wunde war die Folge. Auch eine befreundete Frau muss sich wegen Körperverletzung verantworten. Sie hatte dem Türken einen Wäscheständer und Dekostücke nachgeworfen. 

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Die Ermittlungen haben gezeigt, dass es sich bei der Schussabgabe um keine Notwehrsituation gehandelt hat. Der mutmaßliche Täter hat als erster die Waffe gezogen!

führt Leopold Bien von der Staatsanwaltschaft St. Pölten auf „Krone“-Anfrage die Hintergründe näher aus.

Nach den intensiven Ermittlungen folgt nun am Montag der Prozess mit dutzenden Zeugen. Der Schütze plädiert weiterhin auf Notwehr. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. 

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