26.01.2022 16:06 |

Irrläufer im Weltall

Raketenstufe wird im März auf dem Mond aufschlagen

Am 11. Februar 2015 startete eine SpaceX-Rakete mit einem Satelliten zur Erforschung des Weltraumwetters an Bord ins All (Bild oben). Die zweite Raketenstufe kehrte damals nicht mehr - wie geplant - zur Erde zurück und „taumelt“ seither durch das Weltall. Berechnungen zeigen nun, dass sie vermutlich Anfang März auf der Rückseite des Mondes aufschlagen wird.

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Nachdem die zweite Raketenstufe das Deep Space Climate Observatory (DSCOVR), einen Satelliten der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA auf seinen Weg zum Lagrange-Punkt (einer schwerkraftneutralen Position, Anm.) geschickt hatte, war nicht mehr genügend Treibstoff vorhanden, um sie in die Erdatmosphäre zu steuern, wo sie eigentlich verglühen sollte. Und sie war auch nicht mehr schnell genug, „um der Schwerkraft des Erde-Mond-Systems zu entkommen“, wie der amerikanische Journalist und Meteorologe Eric Berger kürzlich im Blog Ars Technica berichtete.

„Sie bewegt sich also seit Februar 2015 auf einer etwas chaotischen Umlaufbahn“, fügte Berger hinzu. Experten glauben, dass die rund vier Tonnen schwere Raketenstufe in wenigen Wochen mit einer Geschwindigkeit von etwa 2,58 Kilometern pro Sekunde (also knapp 9300 km/h) auf der dunklen Seite des Erdtrabanten aufschlagen wird.

Aufschlag auf der „dunklen“ Seite des Mondes
Laut Angaben von Bill Gray, der Software zur Verfolgung von erdnahen Objekten, Asteroiden, Kleinplaneten und Kometen programmiert, wird die Oberstufe der „Falcon 9“ sehr wahrscheinlich am 4. März nahe des Äquators auf der „dark side of the Moon“ aufschlagen. Bereits am 5. Jänner sei sie relativ nahe am Mond vorbeigeflogen, wird er im „Guardian“ zitiert. Der Einschlag wird damit von der Erde aus nicht beobachtbar sein.

Es handle sich dabei aber um den allerersten Fall, in dem Weltraumschrott unbeabsichtigt auf den Mond stürze, erklärte Gray. Den ganz genauen Aufschlagsort der Rakete könne man noch nicht vorhersagen, da man die genaue Wirkung des Sonnenlichts, das quasi auf die Raketenstufe „drückt“ und daher deren Bahn beeinflusse, nicht wisse, so der Experte.

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