Mi, 19. Dezember 2018

AKW Tsuruga 2

02.05.2011 14:46

Japan: Weiterer Atommeiler sorgt für Probleme

Nach den unzähligen Schreckensmeldungen rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 sorgt nun auch ein Atommeiler an der Westküste Japans für Probleme. Das Kraftwerk Tsuruga 2 soll heruntergefahren werden, da die Behörden der Präfektur Fukui einen radioaktiven Störfall vermuten. Ihrer Einschätzung nach dürfte es Schwierigkeiten mit den Brennstäben geben, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag berichtete.

Demnach wurden im Kühlwasser erhöhte radioaktive Werte von Iod-133 sowie von Xenon gemessen. Der Betreiber, Japan Atomic Power Co. (Japco) sprach von technischen Problemen und kündigte an, den Reaktor für eine Prüfung herunterzufahren. Die Werte sollten künftig täglich statt wie bisher wöchentlich geprüft werden.

Die Messwerte könnten auf eine fehlerhafte Umhüllung eines oder mehrerer Brennelemente zurückgehen, erklärte der Sprecher der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), Sven Dokter, am Montag in Köln. Dies wäre kein ungewöhnlicher Vorgang, ergänzte er. Ein einzelnes Brennelement ist eine mit Brennstoff-Pellets gefüllte metallene Röhre. Durch mechanische Probleme oder Fehler bei der Herstellung könne diese Umhüllung undicht werden - dann ließen sich wie jetzt geschehen klassische Spaltprodukte wie Iod-133 oder Xenon im Kühlwasser nachweisen. Unter Umständen ließe sich der Reaktor aber auch dann weiterbetreiben, sagte Dokter. So etwas komme auch bei anderen Reaktoren vor.

Meiler liegt 360 Kilometer von Fukushima entfernt
Die Stadt Tsuruga an der Westküste ist von Fukushima, in deren Nähe das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 liegt, rund 360 Kilometer Luftlinie entfernt. Der nun betroffene Meiler liegt damit außerhalb der Katastrophenzone.

In der Nähe von Tsuruga betreibt Japco an der Küste zwei Atomkraftwerke, die "Tsuruga Power Station Units" 1 und 2. Von dem Problem betroffen ist Kraftwerk 2. Das Unternehmen will in der Gegend zwei weitere Atomkraftwerke bauen.

Bereits im Jahr 1981 waren aus dem Kraftwerk Tsuruga 1 radioaktive Substanzen entwichen. Später stellte sich heraus, dass der Betreiber dies verschleiert hatte.

Fukushima: Filter sollen Luft reinigen
Unterdessen wurde die Arbeit am havarierten Reaktor 1 des Kernkraftwerks Fukushima 1 fortgesetzt. Der dortige Betreiber Tepco will radioaktive Partikel aus der Innenraumluft entfernen. Die Installation der notwendigen Filter soll nach Angaben des Nachrichtensenders NHK vom Montag in wenigen Tagen abgeschlossen sein. Demnach soll die Kontamination der Luft in dem Gebäude um 95 Prozent reduziert werden.

Bei der Installation der Filter betreten erstmals wieder Arbeiter das Reaktorgebäude, seit es dort am 12. März zu einer Wasserstoff-Explosion gekommen war. Tepco erhöhte zudem die Wassermenge, die zur Kühlung in den Reaktor 1 gepumpt wird. So soll geprüft werden, ob sich die Kühlung des Reaktordruckbehälters verbessern lässt.

Bei dem Atomunfall und den anschließenden Explosionen im Reaktorgebäude entstanden unter anderem große Mengen Staub, der aufgewirbelt werden kann. Viele radioaktive Partikel sind vor allem dann gefährlich, wenn sie in die besonders anfällige Lunge gelangen.

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