13.01.2022 08:00 |

Pandemie-Weltcup

Zauchensee ist bereit für die schwierigsten Rennen

Während der Slalom in Flachau abgesagt wurde, finden in Zauchensee die Rennen statt. Die Weltcup-Abfahrt und der Super-G der Damen gehen unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen über die Bühne. Zuschauer müssen Samstag und Sonntag draußen bleiben, Skifahren dürfen sie trotzdem. Ein „Krone“-Lokalaugenschein

„Bitte nimm’ dir eine Untertasse für den Kaffee!“Veronika Scheffer weist eine Mitarbeiterin zurecht. „Sonst patzen sie überall mit der Tasse herum.“ Die Bergbahn-Chefin ist aber nicht nur beim Kaffee streng dahinter. In ihrem Skigebiet finden ab Samstag zwei Weltcup-Rennen der Damen statt. Scheffer ist eine gefragte Frau, das Handy klingelt häufiger als sonst. Es gilt Rennen in Zeiten der Pandemie zu managen.

Die Gemeinde Altenmarkt, zu der Zauchensee gehört, hat aktuell eine Sieben-Tages-Inzidenz jenseits der 4100. Der Weltcup-Tross ist streng in Blasen getrennt; einmal rot für Athleten und Betreuer, blau für Pistenhelfer, Mitarbeiter und Journalisten. Zauchensee selbst liegt gut zehn Kilometer außerhalb von Altenmarkt und ist praktisch eine eigene Blase.

Über 60 Pisten-Rutscher und kilometerlanger Zaun
Die Hotels in Zauchensee und auch die Pisten sind nach den Weihnachtsferien gering gefüllt. Es ist ein Pandemie-Jännerloch, das es seit Jahren eigentlich nicht mehr gibt. Umso willkommener und auch vermeintlich sicherer ist der Weltcup-Zirkus im Skigebiet.

„Wir haben schon im November das erste Mal die Startrampe präpariert. Die ist so gut beinander, wie lange nicht mehr“, erklärt Streckenchef Alexander Kronreif beim Starthaus. Der Soldat ist als Streckenchef in Zauchensee für die Piste verantwortlich. Er koordiniert über 60 Pisten-Rutscher oder checkt die über 14 Kilometer an Fangnetzen.

Sichtschutz im Ziel und geschlossene Ski-Hütte
Eines ist für Kronreif heuer neu: der Sichtschutz im Zielbereich. Er soll Blicke vom Rennen so gut es geht fernhalten. Publikum ist beim Sport-Spektakel während der Pandemie nicht erlaubt.

Die Strecke vom Gamskogel durchs Kälberloch ist an manchen Punkten sensationell einsehbar. Für gewöhnlich ist die Terrasse der Gamskogelhütte an Renntagen bummvoll. Dieses Wochenende ist die Ski-Hütte aber ausreserviert. Der Restaurant-Bereich steht den Läuferinnen und Betreuern exklusiv zur Verfügung. Im Untergeschoß wärmen sich die „blauen“ Blasen-Mitglieder auf. Strikte Trennung herrscht auch hier.

Veronika Scheffer möchte sich nicht so einfach trennen. Sie hat die Trophäe für den Abfahrtssieg in der Hand. Wenn es nach ihr ginge, würde sie diese erst am Samstag wieder hergeben.

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