12.01.2022 07:43 |

Vorsicht wegen Omikron

„Marker“ für weitere Maßnahmen werden definiert

Die Omikron-Variante nimmt Fahrt auf, die Zahlen in Österreich gehen wieder nach oben. Da Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) schon mehrfach betonte, dass ein „Durchrauschen“ lassen der Corona-Welle für ihn keine Option ist, werden noch diese Woche die angekündigten neuen „Marker“ für allfällige weitere Maßnahmen definiert, wie die oberste Gesundheitsbeamtin Katharina Reich erklärte.

Man sei weggegangen von dem reinen Blick auf die Intensivstationen und werde sich nun mehr an der Auslastung der Normalstationen orientieren, aber auch am niedergelassenen Bereich, erläuterte der Gesundheitsminister den neuen Weg.

„Man muss nun mehr vorausschauen“
Die GECKO-Kommission sei bei der Umsetzung dieser neuen „Marker“ wesentlich, so Mückstein. Deren Co-Leiterin Reich sagte, diese „Marker“ sollen diese Woche entwickelt werden. Die Inzidenz der Neuinfektionen zähle dabei nach wie vor, auch die Durchimpfungsrate und natürlich auch die Krankenhauskapazität, aber auch die Personalsituation im Gesundheitswesen. Der Plan, den Blick in erster Linie nicht mehr auf die Intensivstationsbelegung, sondern auf jene der Normalstationen zu legen, sei wegen Omikron das Gebot der Stunde - denn man müsse nun mehr vorausschauen.

Die Systematik werde daher nun umgebaut, primär werde die Corona-Kommission festlegen, welche Marker die Farben der Corona-Ampel künftig bestimmen wird. Am Mittwoch habe man die erste Sitzung zu diesem Thema, so die GECKO-Leiterin, am Donnerstag könne in der Sitzung der Ampel-Kommission vielleicht schon das neue Grundgerüst vorgestellt werden.

Lockdown würde Problem „verschieben“
Einen neuerlichen Lockdown will Mückstein weiterhin vermeiden. Ein solcher würde in der jetzigen Situation das Problem nur verschieben. Das sehe man in Holland, wo die Zahlen trotz des dort geltenden Lockdowns wieder steigen. In Großbritannien, das fast ohne Maßnahmen in die Omikronwelle hineingegangen sei, sehe es jetzt langsam so aus, dass die Welle dort bricht.

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Will man die Omikron-Welle wegdrücken, dann bräuchte es keinen Lockdown, sondern einen „Shutdown“. Ein solcher Weg ist aber genau das, was man nicht will.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein

Wollte man die Omikron-Welle wegdrücken, dann bräuchte es laut Mückstein keinen Lockdown, sondern einen „Shutdown“ - was der Situation im März 2020 entsprechen würde. Ein solcher Weg sei aber genau das, was man nicht wolle, betonte er. Österreich gehe vielmehr den Weg des „Flatten the Curve“, und auch alle Länder in Europa würden diesen Weg des modulierenden Eingreifens wählen.

Österreich mit strengen Maßnahmen
Österreich sei dabei sogar vergleichsweise streng, wie Mückstein betonte und damit noch einmal den kritischen Stimmen, die eine „Durchseuchung“ in Österreich befürchten, entgegentrat. Man sei auch aus dem letzten Lockdown mit strengen Maßnahmen rausgegangen, auch bestehe nach wie vor der Lockdown für Ungeimpfte, erinnerte er. Außerdem gelte praktisch überall die 2G-Pflicht, ebenso seien sehr strenge Veranstaltungsregeln aufrecht, die Sperrstunde liege weiterhin bei 22 Uhr. Zudem sei weiterhin die Nacht- und Stehgastronomie wie auch das Après-Ski geschlossen.

Und zuletzt habe man auch bei der FFP2-Pflicht nachgeschärft sowie die Homeoffice-Empfehlung verstärkt, erinnerte der Minister. Zu guter Letzt verteidigte er die Lockerung der Quarantäneregelungen, diese sei notwendig, um die kritische Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

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