Der angeklagte Tschetschene (53) schluchzt. Dass seine Mutter von seinem Landsmann beleidigt wurde, rührt ihn zu Tränen. Laut Anklage wollte er diesen mit einer Bombe töten lassen. Doch der Ansprechpartner war ein verdeckter Fahnder. Für das Gericht waren die Pläne aber nicht konkret genug.
Der Angeklagte ist ein Anhänger des Präsidenten Kadyrow, der als Opfer ausgesuchte Landmann ein Gegner. Als dieser über einen YouTube-Kanal die Mutter des Angeklagten beleidigte, war es genug. Der Tschetschene suchte einen Mann, der den Rivalen tötet. Die Anklage lautete daher auf versuchte Anstiftung zum Mord. Es meldete sich ein verdeckter Fahnder. Die Polizei war durch einen anonymen Hinweis auf die Sache aufmerksam geworden.
„Dem Opfer soll der Kopf abgerissen werden“
Bei den Gesprächen zwischen dem Fahnder und dem Tschetschenen lief ein Aufnahmegerät mit. Da fielen Sätze wie: „Dem Opfer soll der Kopf abgerissen werden.“ Als Tatwaffe sollte der gedungene Mörder eine Bombe unter das Auto des Opfers legen. Die Gespräche kann der Angeklagte nicht leugnen.
Aber er sagt vor Richterin Sonja Weis: „Ich bemerkte, dass jemand mit mir spielt. Ich habe die Gespräche geführt, um an die Hintermänner heranzukommen.“ Verteidiger Peter Philipp betont, dass kein Geld geflossen ist, obwohl 50.000 Euro versprochen waren: „Es war nicht ernst gemeint. Wer begeht einen Mord, wenn er nichts bekommt.“ Dieser Argumentation folgten die Geschworenen: Freispruch.
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