Akuter Personalmangel

Pfleger: „Wurden schon wieder völlig vergessen“

Nur wenig blieb übrig von Jubel und Geklatsche für das heimische Pflegepersonal. Während die Politik vollmundig versprach, den Helfern unter die Arme zu greifen, ist Monate später nur wenig passiert. Florian Bartunek aus dem Mostviertel will das Schweigen nicht hinnehmen und geht wortgewaltig in die Offensive.
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Seit mehr als 15 Jahren ist Florian Bartunek (41) nun schon Krankenpfleger und arbeitete aktuell auf einer großen Intensivstation im Land. Die ausgebildete Fachkraft will das Personalproblem in der Branche aber nicht mehr hinnehmen und begehrt in den sozialen Medien wortgewaltig auf. Tausende Kollegen und Patienten haben seine Beiträge bislang schon positiv kommentiert und geteilt.

„Die Probleme in unserer Branche gibt es schon seit meinen Anfängen. Die Corona-Krise hat uns zwar kurzfristig vor den Vorhang geholt, aber jetzt sind wir wieder dahinter verschwunden“, so Bartunek im „Krone“-Gespräch.

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Ich will erreichen, dass die Politik das Thema ernst nimmt. Nur Entlastung schreien, und dann passiert nichts, das ist zu wenig.

NÖ-Krankenpfleger Florian Bartunek

Wie viele andere seiner Kollegen fühlt sich der vierfache Familienvater von der Politik im Stich gelassen. Mehr Personal und weniger Arbeitszeit mit gleichbleibendem Lohn werden dringend gefordert. Für Bartunek ein unaufschiebbares Thema: „Natürlich verdienen wir mit Nacht- und Feiertagsdiensten ganz gut, aber auf Dauer kann das niemand aushalten. Die Arbeit ist so schon schwer, aber ohne Personalreserve ist sie fast nicht mehr schaffbar.“

Ein Pfleger für bis zu 40 Patienten
Vor allem die Lage auf den sogenannten Normalstationen und in Pflegeheimen will er nun wieder in den Fokus rücken. „Da ist in der Nacht eine Pflegeperson für 30 bis 40 Patienten zuständig. Dieser Notstand kann dann natürlich jeden treffen. Schon morgen kann man im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim aufwachen, und glauben Sie mir, da gibt es wirklich wahre Schauergeschichten“, so Bartunek. Als „Stimme der Vernunft“ will er auch weiterhin die Notlage im Pflegebereich anprangern. Hoffentlich führt das zu Verbesserungen.

Josef Poyer
Josef Poyer
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