10.01.2022 17:30 |

Kampf um Erhalt

Politisches Gezanke um Grazer Ärztenotdienst

Dass der Grazer Ärztenotdienst scheibchenweise demontiert werden soll, in dem man Visitendienste verkürzt und die Ordination am Marburger Kai auflässt, sorgt für große Verunsicherung in der steirischen Landeshauptstadt. Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) kämpft für einen Vollerhalt der Einrichtung.

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Wenn in der Steiermark über Gesundheitspolitik gesprochen wird, bekommt man von den Verantwortungsträgern seit Jahren zwei große Ziele zu hören: Zum einen strebt man offiziell nach einer „qualitätsvollen Patientenversorgung“, zum anderen nach einer „dringend notwendigen Entlastung der Notfallambulanzen“.

Wie dies mit den jüngsten Reformplänen, die eine starke Einschränkung des Ärztenotdienstes Graz vorsehen, zusammengeht, kann sich in der Landeshauptstadt niemand so recht erklären. Immerhin steht die Einrichtung für die einzige niederschwellige Patientenversorgung werktags von 19 bis 7 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen rund um die Uhr.

Krotzer ortet „faules Spiel“
Allen voran Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer von der Bürgermeisterpartei KPÖ will sich gegen die in der Vorwoche via „Krone“ publik gewordenen Vorhaben stemmen: „Mir ist die bestmögliche Gesundheitsversorgung wichtig. Dass man beim Ärztenotdienst künftig ab 23 Uhr auf geschlossene Türen trifft, passt da nicht zusammen.“

Krotzer zeigt sich auch über die Vorgehensweise verärgert: „In den Kuratoriumssitzungen zum Ärztenotdienst, wo ich ja auch anwesend war, sagte man uns noch bis vor Kurzem, dass das Angebot in vollem Umfang erhalten bleibt, wenn man das will. Und dann erfahren wir aus den Medien, dass sich die Meinung offenbar geändert hat.“ Die zuständige Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) spiele ein „faules Spiel“, so die Kritik.

FPÖ plant Anfrage im Landtag
Einen raueren Ton schlägt die FPÖ an: „Das sukzessive Herunterfahren des Ärztenotdienstes ist eine versorgungspolitische Katastrophe für die Landeshauptstadt“, poltert der blaue Klubchef von Graz, Alexis Pascuttini. Der freiheitliche Landtagsklub kündigte zudem an, am kommenden Dienstag eine dementsprechende Anfrage im Landtag an Bogner-Strauß einzubringen.

Im Büro der Landesrätin nachgefragt, wird man übrigens auf die neu gegründete GVG (Gesundheitsversorgungs GmbH), die wiederum vom Gesundheitsfonds Steiermark (ein verlängerter Arm des Landes) gegründet wurde, verwiesen

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