Volles Geständnis

Auswanderer-Traum nach Schweden endete mit Mord

Oberösterreich
11.01.2022 07:00

Das Ehepaar wollte nach Schweden ziehen. Doch dann schoss ein Förster in Weißenkirchen im Attergau in Oberösterreich seiner Frau in den Hinterkopf. Er ist voll geständig. Angehörige kümmern sich um die fünf Kinder.

Sie wollten noch gemeinsam nach Schweden auswandern - doch stattdessen kam es zu einem blutigen Ehe-Drama: Der Förster Daniel S. (46) soll seine Ehefrau Simone S. (42) im Haus in Weißenkirchen im Attergau am Esstisch förmlich hingerichtet haben. Er schoss der fünffachen Mutter mit einer Glock 17 in den Hinterkopf.

Bei der Einvernahme durch die Ermittler des Landeskriminalamts OÖ und einem Staatsanwalt in Wels legte der mittlerweile in U-Haft sitzende Verdächtige ein umfassendes Geständnis ab. Als Motiv nannte der gebürtige Norddeutsche jahrelange Beziehungsstreitigkeiten, bei denen es vor allem ums Geld gegangen sei. Daniel S. hatte seit 2013 als Forsteinrichter bei den Bundesforsten gearbeitet, dann vor drei Wochen überraschend gekündigt und das Unternehmen mit 31. Dezember verlassen.

Der Tatort mit der versiegelten Eingangstüre (Bild: FOTOKERSCHI.AT / KERSCHBAUMMAYR)
Der Tatort mit der versiegelten Eingangstüre

Auswanderung wegen Pandemie
Die Auswanderer-Pläne Richtung Schweden, die bei der Einvernahme des Mordverdächtigen durch die Kriminalisten zur Sprache kamen, könnten pandemiebedingt gewesen sein. Möglicherweise war die Corona-Impfung, die das spätere Mordopfer auf Facebook eindeutig ablehnte, der Grund dafür, dass die Familie Österreich den Rücken kehren wollte. Schweden gilt ja als „Skeptiker“-Paradies.

Plan B für die fünf Halbwaisen
Die fünf Kinder im Alter von sieben bis 18 Jahren sind bei Angehörigen. Die übliche Vorgangsweise, wie Reinhold Rampler von der Jugendwohlfahrt des Landes OÖ erklärt: „Man schaut, dass die Kinder einen Platz bekommen, wo sie sicher sind. Für Kinder von Verbrechensopfern bricht die ganze Welt zusammen. Das ist traumatisch.“ Sollte der familiäre Zusammenhalt nicht ausreichen, gibt es als „Plan B“ die Unterbringung bei Krisenpflegeeltern und in einer der fünf oberösterreichischen Betreuungseinrichtungen.

Nachbarn trauerten miteinander in Kirche
Am Sonntagnachmittag versammelten sich die Einwohner der Ortschaft Egg spontan in der Kirche, um gemeinsam zu trauern, berichtet einen Nachbarin: „Uns tun die Kinder so leid. Unsere Kleinen fragen dauernd, ob sie wieder in die Schule kommen “

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