09.01.2022 16:00 |

Kritik geht weiter

Tourismusabgabe: „Antwort der Behörde ist falsch“

Es geht munter weiter! Jene Unternehmer in Tirol, die ein Exekutionsschreiben erhalten, da sie - oft unwissentlich - ihre Tourismusabgabe nicht bezahlt haben, werden immer mehr. Zwei weitere Tiroler Betroffene haben sich an die „Krone“ gewandt. Die beiden sind verärgert und lassen kein gutes Haar an der zuständigen Behörde. 

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Die Reaktion des ersten Tirolers (Name der Redaktion bekannt) bezieht sich auf den Fall von Eduard Wenzl (61), den die „Tiroler Krone“ vor wenigen Tagen publik gemacht hat. Zwei Jahre nach der Schließung seines Gewerbes wurde der 61-Jährige mittels Exekution aufgefordert, saftige Nachzahlungen zu tätigen. Das Land Tirol betonte damals, dass die aktive Mitgliedschaft zwar gemäß der Meldung durch das Gewerbe-Informationssystem Austria (GISA) beendet worden war, die verpflichtende Abmeldung durch den Tiroler bei der Abteilung Tourismus im Land aber nicht erfolgt sei.

„Herr Wenzl hat sicher nie eine Anmeldung machen müssen“
„Diese Schilderungen sind falsch, die Antwort der Behörde ist meiner Ansicht nach eine Lüge“, lässt der Tiroler, der sehr lange im Vorstand eines Tourismusverbandes tätig war, aufhorchen und ergänzt: „Herr Wenzl hat sicherlich nie bei der Abteilung für Tourismus eine Anmeldung gemacht oder machen müssen.“

Die automatische Anmeldung sei zu 100 Prozent über das GISA passiert, also sei der umgekehrte Weg auch richtig und GISA sei die Stelle, die die Abmeldung an das Land verpflichtend hätte machen müssen und nicht Herr Wenzl - genau so wie es mit Sicherheit bei der Anmeldung passiert sei.

„Es kommt mir so vor, als sage man bewusst nicht die Wahrheit“
„Ich kann jahrelange Erfahrung vorweisen und kenne keine andere Vorgangsweise. Es kommt mir so vor, als sage man bewusst nicht die Wahrheit, weil das Abgabesystem im Tourismus ein ziemliches Chaos ist und damit gerechnet wird, dass sich eh niemand damit auskennt und Gegenteiliges nachweisen kann“, mutmaßt der ehemalige Unternehmer. Zudem ist er davon überzeugt, dass es die Möglichkeit einer Kulanzlösung für Herrn Wenzl durchaus gebe. 

„Falsche Berechnung und dann noch Mahnklage“
Ebenfalls an die „Krone“ gewandt hat sich ein Tiroler Großtierarzt (Name ebenfalls bekannt). Er verfügt zwar über den Zugang des Online-Postfaches, das seit 1. Jänner 2020 für alle Beitragszahler verpflichtend ist, von dem aber dennoch nicht alle wissen, hat aber ein anderes Problem.

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Ich habe im November 2021 eine Vorschreibung für 2017 von 1800 Euro erhalten - ein unrealistischer Betrag.

Ein Tiroler Großtierarzt

„Ich habe im November 2021 von der Tourismusabteilung eine Vorschreibung für 2017 von 1800 Euro bekommen. Das ist ein total unrealistischer Betrag bei einem Jahresumsatz von rund 100.000 Euro, da die Tierärzte in der Beitragsgruppe 6 mit 10 Prozent für die Berechnung der Grundzahl eingeordnet sind. Das würde somit einem Beitrag von um die 200 Euro entsprechen“, schildert er. 

„Ist es nicht sonderbar, wie mit anvertrauten Geldern umgegangen wird?“
Am Dienstag habe der Tierarzt eine Mahnklage vom Bezirksgericht Innsbruck erhalten mit einem Kostenaufwand von um die 100 Euro. „Ist es nicht sonderbar, wie mit anvertrauten Geldern umgegangen wird? Die Berechnungen sind nicht korrekt und es wird dann auch noch versucht, diese einzuklagen“, sagt er. 

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