06.01.2022 06:00 |

„Krone“-Kommentar

Rudi Anschober: Feier ohne Krach

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In den sozialen Medien habe ich am Sonntag gefragt, welche Erfahrungen die Leserinnen und Leser heuer zum Jahreswechsel mit Knallkörpern gemacht haben. Eine Lawine von nahezu tausend Reaktionen war die Folge, überwiegend mit der Forderung nach Verzicht, begründet mit unzähligen Berichten panischer Haustiere und Wildtiere, verstörter Kleinkinder, Angst von alten Menschen. Wenige wissen, dass die Knallerei in Ortsgebieten längst verboten ist.

Aber die Realität schaut anders aus. Einerseits kann der Bürgermeister - außer an besonders sensiblen Orten wie vor Krankenhäusern - Ausnahmen ermöglichen. Zweitens ist es für die Exekutive völlig unmöglich, die Einhaltung zu kontrollieren. Drittens ist es ein Widerspruch, den Verkauf zu erlauben, aber die Verwendung zu verbieten. Österreichische Lösung nennen das manche.

Es geht auch anders: Vorbildlich finde ich den Verzicht auf Verkauf der Knallkörper in den meisten Handelsketten und das Verbot des Verkaufs auf öffentlichen Flächen in manchen Gemeinden. Erfolgreich ist das Verkaufsverbot, das in Deutschland 2020 ausgesprochen wurde, weil die Spitäler ohnedies mit Covid-Erkrankten überlastet sind und bei der Knallerei immer wieder schwere Unfälle geschehen.

Ich meine ganz klar: Gehen wir diesen Weg auch in Österreich. Feiern wir Neujahr, wie immer wir wollen, aber ohne Panik bei anderen zu verursachen. Ohne Krach geht’s auch. Kleinkinder, alte Menschen, Kranke und unsere Tiere werden es uns danken.

Rudi Anschober
Rudi Anschober
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