28.12.2021 16:00 |

ÖBB nicht kulant

74-Jährige soll trotz Ticket 135 € Strafe zahlen

Weil sie nach dem Ticketkauf einen Zug zu früh genommen hat, strafen die ÖBB eine 74-jährige Wienerin mit 135 Euro ab!

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Normalerweise tourt die rüstige Wienerin Gertrude Lazar noch selbst per Auto durch die Lande. Am 7. Dezember war aber der Winter in Österreich eingekehrt. So entschied sich die ÖBB-Vorteilscard-Besitzerin, per Zug zu ihrem Zweitwohnsitz am Schneeberg (NÖ) zu reisen. „Einen Tag davor hab ich mir am Bahnhof Floridsdorf den Fahrschein gekauft. Ausgestellt für Abfahrt 11.09 Uhr. Da mir am Schalter erklärt wurde, dass ich mit dem Ticket ohnehin ein Zwei-Stunden-Zeitfenster habe, entschloss ich mich schlussendlich, bereits den Zug um 10.09 Uhr zu nehmen“, so die 74-Jährige.

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Kurz nach der Stadtgrenze kam der Zugbegleiter und meinte: Das ist schlecht. Der Schein ist ungültig. Sie fahren eine Stunde zu früh.

Zugbegleiter zu Frau Lazar

Eine Entscheidung mit Folgen. „Kurz nach der Stadtgrenze kam der Zugbegleiter und meinte: ,Das ist schlecht. Der Schein ist ungültig. Sie fahren eine Stunde zu früh.'“ Mit etwas schärferem Ton brachte Gertrude Lazar das Zwei-Stunden-Fenster zur Sprache. Die Erklärung des schnippischen Kontrollors: Diese Zeitspanne gelte nur für einen späteren, nicht aber für einen früheren Zug.

ÖBB bleiben bei Forderung gnadenlos
„Aber ich hatte ja bezahlt. Also verlangte ich von ihm eine faktenbasierte Erklärung, wo das Problem liegt. Woraufhin er die Strafe ausstellte. Und nicht etwa wegen des falschen Zugs, wie er ausdrücklich und vor einem Zeugen erwähnte. Sondern wegen ,unverhältnismäßigem Verhalten‘ ...“

Mehrmals hat die Wienerin nun schon mit den ÖBB korrespondiert – doch keine Spur von Kulanz oder Gnade. Doch die Pensionistin denkt nicht daran zu zahlen, und wird ihren Anwalt einschalten. „Ich bezweifle, dass der erhoffte Umstieg von Individualverkehr auf Bahn mit einer Grundhaltung, wie sie offenbar bei den ÖBB herrscht, von Erfolg gekrönt sein wird.“

Klaus Loibnegger
Klaus Loibnegger
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