Wirte sperrten auf

„Niemand will hören, dass neuer Lockdown droht“

Steiermark
17.12.2021 17:39

Nach beinahe vier Wochen durften am Freitag steirische Lokale und Hotels wieder aufsperren. Teilweise herrschte schon wieder Hochbetrieb - und alle sind sich einig: „Niemand will hören, dass der nächste Lockdown droht.“

„Wir sperren mit gemischten Gefühlen auf“, sagt Dagmar Kratzer, die seit 15 Jahren den Traditionsgasthof Pollerus in Spital am Semmering führt. Ein neuerlicher Lockdown schon im Jänner aufgrund der Omikron-Variante hängt wie ein Damoklesschwert über der Branche, die seit Freitag wieder Gäste bedienen darf. Teilweise „war die Hütte voll, teilweise noch Luft nach oben“, zog Spartensprecher Klaus Friedl eine erste Bilanz. Sogar kleinere Weihnachtsfeiern sind für die kommenden Tage noch gebucht worden.

Dagmar Kratzer vom Gasthof Pollerus in Spital am Semmering (Bild: Peter Bernthaler)
Dagmar Kratzer vom Gasthof Pollerus in Spital am Semmering

Kratzer ist etwa am 25. und 26. Dezember ausreserviert - „und das seit August!“ Im Lockdown wurden Speisen über ein Fenster verkauft, „dadurch war das Ausbleiben des Wirtshauslebens nicht stark zu spüren. Wir hatten fast mehr Zeit zum Plaudern als sonst.“ Gekündigt werden musste niemand von ihren zehn Mitarbeitern, „wir hoffen natürlich, dass das so bleibt“.

Endlich wieder ein Kaffee am Tisch beim Kern in Graz. (Bild: Christian Jauschowetz)
Endlich wieder ein Kaffee am Tisch beim Kern in Graz.

Leere Zimmer trotz bester Schneelage
Viele Gäste ließen sich am Freitag beim „Krone“-Besuch das Schnitzel bei Anita Ferner im Rosenhof in Murau schmecken, im Grazer Café Kern konnte der Kaffee endlich wieder am Tisch genossen werden. Schon am Morgen stand Christine Pitzer vom Ederhof in Ramsau in der Küche, um Topfen- und Apfelstrudel zuzubereiten. Sie hat auch acht Gästezimmer: „Ab 5. Dezember wären wir gebucht gewesen. Die Schneebedingungen sind perfekt, endlich dürfen Urlauber kommen.“

Christine Pitzer (Ederhof in Ramsau) machte Topfenstrudel für ihre Gäste. (Bild: Pail Sepp)
Christine Pitzer (Ederhof in Ramsau) machte Topfenstrudel für ihre Gäste.

Zu Weihnachten gut gebucht
Als einer der ersten Gäste im Vitalhotel von Bad Radkersburg checkten Karl und Isabella Wagner aus Klagenfurt ein: „Wir freuen uns schon auf den unterirdischen Zugang zur Therme.“ Laut Geschäftsführerin Claudia Wender sei man zu Weihnachten und Silvester fast ausgebucht.

Karl und Isabella Wagner aus Klagenfurt checkten im Vitalhotel Bad Radkersburg ein. (Bild: Heinz Weeber)
Karl und Isabella Wagner aus Klagenfurt checkten im Vitalhotel Bad Radkersburg ein.

Der große Ansturm auf die Hotels blieb am Freitag laut Branchensprecher Hans Spreitzhofer aber noch aus, auch für Weihnachten sei das Buchungsgeschehen noch etwas verhalten. Teilweise herrsche noch Unsicherheit wegen der Corona-Lage. 

Einer der ersten Gäste in der Parktherme Bad Radkersburg: Peter und Florica Hofmann aus Kapfenberg. (Bild: Weeber Heinz)
Einer der ersten Gäste in der Parktherme Bad Radkersburg: Peter und Florica Hofmann aus Kapfenberg.

„Wir brauchen Planungssicherheit“
Geöffnet ist für Geimpfte und Genese auch wieder die Parktherme in Bad Radkersburg, die heuer fast ein halbes Jahr lang gesperrt war. Geschäftsführer Christian Korn appelliert an die Regierung: „Man soll endlich aufhören, die Rollläden hoch und runter zu fahren! Wir brauchen Planbarkeit.“

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