15.12.2021 15:15 |

Landeswarnzentrale

Von Lawine bis Hochwasser: 30 Jahre im Krisenmodus

Sie wurde nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl eingerichtet und ist heute eine unverzichtbare Schaltstelle bei Katastrophen. Die Tiroler Landeswarnzentrale feiert heuer ihr 30-Jahr-Jubiläum. Die Bilanz beeindruckt. 

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Der 15. Dezember 1991. Das Innsbrucker Landhaus ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr allein politisches Machtzentrum. Nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahr 1986 kamen Bund und Länder überein, eine Stabsstelle für bessere Koordination im Katastrophenfall einzurichten: die Landeswarnzentralen. Der für Sicherheit zuständige LHStv. Josef Geisler (ÖVP) nennt sie „unverzichtbare Drehscheibe im behördlichen Katastrophenmanagement“.

Hier wird im Fall des Falles Zivilschutzalarm ausgelöst. Hier werden unterschiedliche Meldesysteme – wie jene für Erdbeben und Hochwasser – überwacht. Hier werden Einsatzorganisationen koordiniert und Behörden informiert. Hier wird einmal im Jahr Zivilschutz-Probealarm ausgelöst, um der Bevölkerung die Signale in Erinnerung zu rufen und die Sirenen zu überprüfen. „Rund 1500 bis 2000 Ereignismeldungen werden bei uns pro Jahr bearbeitet“, erläutert Bernd Noggler, Vorstand der Abteilung Leitstellenwesen.

Von Galtür bis G7, von Hochwasser bis Pandemie
Besonders fordernd waren die Lawinenkatastrophe in Galtür 1999 und die Hochwasserjahre 2005 oder 2013. 2015 galt es, das G-7-Treffen in Bayern und das Bilderbergtreffen in Telfs im Auge zu behalten und gleichzeitig die Unwetter im Sellrain und Paznaun zu bewältigen. „Zuletzt waren wir im Dezember 2020 aufgrund von Rekordschneemengen in Osttirol extra gefordert“, nennt Thomas Geiler, Leiter der Landeswarnzentrale, ein aktuelles Beispiel. Geilers Team besteht aus vier direkt zugeordneten Mitarbeitern und zwei Zivildienern. 16 weitere Landesbedienstete stehen unterstützend bereit. Sie haben seit zwei Jahren auch die Pandemie ständig am Schirm.

Plan für neues Zentrum für Krisenmanagement
Genauer gesagt sind es viele Bildschirme, die im Blick behalten werden müssen. Neue Aufgaben und neue Technik brauchen jedoch Platz. Daher soll auf dem Areal des Landesbauhofs im Osten Innsbrucks bald ein Katastrophenschutzzentrum entstehen, in dem in Zukunft alle Fäden zusammenlaufen.

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