08.12.2021 10:55 |

VCÖ analysiert:

Todesrisiko im Auto 78-mal höher als in der Bahn

Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall tödlich zu verunglücken, ist in einem Auto 78-mal höher als in der Bahn und immerhin noch 15-mal höher als in einem Bus. Das hat eine Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) ergeben, die die Organisation am Mittwoch veröffentlichte. In den vergangenen drei Jahren verunglückten demnach 537 Pkw-Insassen tödlich, 63.880 Menschen wurden verletzt. Im selben Zeitraum starben vier Buspassagiere und ein Zugfahrgast.

Der VCÖ forderte folgerichtig die Verdichtung des öffentlichen Verkehrsnetzes, weil sie die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen würde. Pro zehn Milliarden Personenkilometer kamen laut VCÖ 23 Pkw-Insassen ums Leben. Im Vorjahr starben demnach 152 Auto-Insassen. Trotz Verkehrsrückganges wegen der Covid-19-Pandemie war die Zahl der Todesopfer um fünf höher als im Jahr 2019, so der VCÖ.

Auch Verletzungsrisiko vielfach höher
Laut VCÖ gab es in den vergangenen drei Jahren pro zehn Milliarden Personenkilometer mit der Bahn statistisch 0,3 Todesopfer, mit dem Bus 1,6 und mit dem Pkw 23,5 Unfalltote. Auch das Verletzungsrisiko ist demnach mit dem Pkw um ein Vielfaches höher: Mit 2844 verletzten Auto-Insassen pro zehn Milliarden Personenkilometern war die Anzahl dreimal so hoch wie mit dem Bus und 86-mal so hoch wie mit der Bahn.

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Es braucht ergänzend zum Linienverkehr nachfrageorientierte Angebote wie Anrufsammeltaxis, Gemeindebusse und Discobusse in dünner besiedelten Regionen.

VCÖ-Experte Michael Schwendinger

Finanzierung als Knackpunkt
Der VCÖ sieht vor allem in den Regionen großen Aufholbedarf bei den öffentlichen Verkehrsverbindungen. „Zum einen ist es wichtig, dass alle regionalen Zentren gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sind. Zum anderen braucht es ergänzend zum Linienverkehr nachfrageorientierte Angebote wie Anrufsammeltaxis, Gemeindebusse und Discobusse in dünner besiedelten Regionen“, betonte VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Allerdings scheitere es oft an der Finanzierung. Der Verkehrsclub forderte, einen Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen für Anrufsammeltaxis und Discobusse zu verwenden.

Darüber hinaus seien die Stadt-Umland-Verbindungen in den Ballungsräumen auszubauen und zu verbessern, etwa durch häufigere S-Bahn-Verbindungen und die Verlängerung von Straßenbahnlinien ins Umland, wie es beispielsweise von Wien nach Schwechat geplant und von Linz nach Traun bereits umgesetzt ist. Dort, wo es keine Schiene gibt, sind Schnellbusverbindungen einzurichten, forderte der VCÖ.

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