Gegen „Sportswashing“

Das erste Fußball-Trikot mit einem QR-Code ist da

Der norwegische Erstliga-Klub Tromsö IL hat das erste Fußball-Trikot mit einem QR-Code präsentiert! Hintergedanke: Man will den Menschen die Missstände rund um die WM 2022 in Katar bewusst machen.

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Wenn die Fans den QR-Code scannen, werden sie auf eine Seite geleitet, wo ihnen die Menschenrechtsverletzungen Katars dargelegt werden. Zudem weist man dort darauf hin, wie Katar versucht, sein Image durch die Veranstaltung verschiedener Sportevents „reinzuwaschen“ (Sportswashing).

Das Trikot, das den QR-Code und die Nationalfarben Katars abbildet, ist im Webshop des norwegischen Traditionsklubs Tromsö IL zu kaufen. Mit der Devise: „Das erste Trikot der Welt mit einem QR-Code“.

Das Team wird das Trikot am Sonntag für das letzte Spiel der Saison gegen Viking FC zu Hause tragen, sagte Tromsö-Geschäftsführer Oyvind Alapnes gegenüber dem US-Nachrichtensender „CNN“. „Wir halten es für unsere Pflicht, unsere Stimme zu erheben. Wenn wir nicht mit lauter Stimme für diejenigen sprechen, die nicht gehört werden können, wer wird es dann tun?“ Alapnes fügte hinzu. „Viele Menschen im Fußball lassen sich vom Geld verführen und verschließen einfach die Augen davor, woher das Geld kommt. Deshalb riskieren viele nicht, für etwas einzustehen. Wir müssen uns fragen: Ist es in Ordnung, dass jemand stirbt, damit ‚mein Team‘ Erfolg hat?“

Blogger half mit
Das QR-Code-Trikot entstand in Zusammenarbeit mit der Menschenrechtsorganisation Amnesty International und Malcolm Bidali, einem ehemaligen Gastarbeiter, der in Katar festgenommen worden war, weil er über die Arbeitsbedingungen im Land bloggte. „Katar sollte beim “Sportswashing„ keinen Erfolg haben“, sagte John Peder Egenæs, Generalsekretär von Amnesty International in Norwegen.

„Brandneue Stadien mit riesigen Flutlichtern und schönen Toren dürfen uns nicht blenden, wir müssen sehen, was im Schatten passiert“, fügte Egenæs hinzu. In Norwegen wird das Thema Katar und WM besonders prominent behandelt, vor allem seitdem zwei norwegische Journalisten während der Ausübung ihrer Arbeit in Katar festgenommen wurden. Sie wollten über Arbeiterschicksale und Arbeiterunterkünfte berichten. Laut „Guardian“ verloren seit der WM-Vergabe an Katar 6500 Gastarbeiter im Golfstaat das Leben.

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