Hartberg stand vor 2:0

Jaissle lobt die Moral und die Salzburg-Ersatzbank

Bei Red Bull Salzburgs Generalprobe für das „Finale“ um den Aufstieg in die Champions-League-K.o.-Phase haben zumindest das Ergebnis und die Einstellung gepasst. Nach einem 0:1-Rückstand erkämpfte der Titelverteidiger in der Fußball-Bundesliga gegen den TSV Hartberg noch ein Heim-2:1 und ging damit nach zuletzt zwei Pflichtspiel-Niederlagen wieder als Sieger vom Platz.

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Angenehmer Nebeneffekt war die Vergrößerung des Vorsprungs auf Sturm Graz auf 14 Punkte, wichtiger war für Trainer Matthias Jaissle jedoch, wie engagiert seine Truppe gegen den TSV zu Werke ging. „Ich war vor allem mit der Moral der Mannschaft sehr zufrieden“, sagte der Deutsche. Allerdings wusste der Coach auch, dass am Mittwoch in Wals-Siezenheim gegen den FC Sevilla eine deutliche spielerische Steigerung nötig ist, um den fehlenden Punkt für den erstmaligen Einzug ins Achtelfinale der „Königsklasse“ einzufahren.

Gegen Hartberg fehlte im Offensivspiel lange Zeit jegliche Kreativität, erst die Einwechslungen von Brenden Aaronson, Benjamin Sisko und Nicolas Capaldo nach einer Stunde brachten Besserung. „Heute war es die Bank, die dieses Spiel entschieden hat, mit der Dynamik, dieser Zielstrebigkeit und dem nötigen Selbstvertrauen, immer wieder gegen einen tiefen Block anzukämpfen“, resümierte Jaissle.

Trainer-Lob gab es zudem für Rasmus Kristensen, den Torschützen zum 1:1. „Er ist ein Leader, der so ein Spiel entscheidend prägt.“ Etwas differenzierter fiel die Bewertung von Siegestorschützen Jerome Onguene aus, schließlich hatte der Verteidiger zuvor das 0:1 von Noel Niemann verschuldet. „Er weiß selbst, dass er da nicht gut ausgesehen hat, deshalb freut es mich umso mehr, dass er diesen Fehler mit dem Tor zum 2:1 ausgemerzt hat“, meinte Jaissle.

Der Deutsche betonte, man nehme aus der Partie „viel Positives“ für das Duell mit dem FC Sevilla mit. „Die Jungs haben sich für ihren Aufwand belohnt.“ Trotzdem wirkten die Salzburger auch gegen Hartberg noch deutlich von ihrer Form zu Saisonbeginn entfernt. „Wir müssen mehr Gefahr ausstrahlen, die richtigen Pässe spielen und halt auch einmal mit einer Großchancen das 1:0 machen. Und wir müssen uns im letzten Drittel verbessern“, forderte Jaissle.

Trotz des offensichtlichen Steigerungsbedarfs überwiegt beim 33-Jährigen vor dem Mittwoch-Spiel der Optimismus. „Dieser Sieg kann beflügeln. Gegen Sevilla werden wir sicher mehr Räume finden, das kommt unserem Spiel entgegen.“

Hartberg-Trainer Kurt Russ wird den Salzburgern gegen Sevilla die Daumen drücken. „Es wäre extrem wichtig für den gesamten österreichischen Fußball, wenn sie den Aufstieg schaffen, und zu ihren bisherigen Leistungen in der Champions League kann man ihnen nur gratulieren“, betonte der Ex-Teamspieler.

Russ: „Tut richtig weh, mir fehlen die Worte“
Über den „Bullen“-Sieg gegen seine Mannschaft konnte sich Russ naturgemäß nicht freuen. „Mir fehlen ein bisschen die Worte, es tut richtig weh. Mir geht es schlecht und der Mannschaft geht es auch schlecht.“ Die Hartberger hatten bis zur 79. Minute geführt, das vermeintliche 2:0 der Steirer durch Donis Avdijaj wurde wegen einer äußerst knappen Abseitsstellung des Offensivspielers aberkannt. „Wenn das gezählt hätte, wären wir wahrscheinlich als Sieger vom Platz gegangen. Dann wären sie gebrochen gewesen“, sagte Russ.

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