Nach Covid-Todesfall

Familie stürmt Spital und verletzt Mitarbeiterin

Einen gewaltigen Tumult hat am Samstag ein türkischstämmiger Familienclan im Klinikum Kirchdorf (OÖ) verursacht. Nachdem eine Angehörige (67) verstorben war, stürmten elf Personen das Spital, warfen mit Gegenständen um sich. Dem Portier gelang es gerade noch, die Schleuse zu sperren, eine Mitarbeiterin wurde verletzt.

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Die 67-jährige Türkin lag am Vormittag auf der Covid-Intensivstation im Sterben. 15 Angehörige wollten sich von ihr verabschieden und wurden in Zweiergruppen vorgelassen. Um 12 Uhr gab es eine einstündige Mittagspause. Zu dem Zeitpunkt waren vier Angehörige noch nicht vorgelassen worden. Sie schalteten daraufhin das türkische Konsulat ein, um eine Überstellung der Sterbenden in die Türkei zu erwirken. Das wurde jedoch abgelehnt, da die 67-Jährige nicht mehr transportfähig war. Kurz darauf starb die Frau.

Angehörige drehten durch
Als elf vor dem Spital wartende Angehörige die Todesnachricht erfuhren, drehten sie durch. Sie versuchten, das Klinikum zu stürmen, eine Schleusenmitarbeiterin (19) wurde verletzt. Dann gingen sie auf den Portier und die behandelnde Ärztin (59) los. Dem Mann gelang es gerade noch, eine Zwischentür zu sperren und die Polizei zu alarmieren. Die Angehörigen verwüsteten daraufhin die Portiersloge. Fünf Polizeistreifen verhinderten Schlimmeres. Die Türken erhielten Hausverbote und wurden angezeigt.

„Wir sind sehr froh, dass unsere Mitarbeiter so umsichtig reagiert haben. Einen derart gelagerten Zwischenfall gab es zuvor noch nie“, sagt Jutta Oberweger, Sprecherin der oberösterreichischen Gesundheitsholding.

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Sonntag, 23. Jänner 2022
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