03.12.2021 06:30 |

Expertin gibt Tipps

Streit ums Impfen? So kehrt in Familien Ruhe ein

Impfen - ja oder nein? Diese Frage kann Familien und Paare entzweien. Was man tun kann, um Konflikte vor Weihnachten zu lösen, weiß Psychotherapeutin Monika Wogrolly.

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Kekse, Wein, Fondue – und jede Menge Streit. Gebrüll, im schlimmsten Fall Tränen. Die Debatte um die Corona-Impfung ist längst keine rein medizinische mehr, sondern eine hochideologische. Und sie kann Familien, gerade jetzt in der Weihnachtszeit, entzweien.

Was also tun, wenn das Thema jedes Zusammentreffen dominiert? Monika Wogrolly ist Psychotherapeutin mit Praxis in Graz und Wien. „Ich empfehle, das Familienleben von individuellen politischen Entscheidungen zu trennen“, sagt sie – auch, wenn das auf den ersten Blick schwer klingt. „Es ist normal, dass in Familienverbänden unterschiedliche politische, ideologische und religiöse Einstellungen aufeinander treffen.“

„Einsehen, dass alle volljährig sind“
Gerade bei erwachsenen Kindern und deren Eltern müsse jeder einsehen, „dass alle volljährig sind. Die Autonomie des anderen sollte man respektieren“, sagt Wogrolly. Dazu gehöre auch, Verantwortung für andere Personen und das Helfer-Syndrom abzulegen. „Man ist nicht persönlich dafür verantwortlich, Familienmitglieder von der Impfung zu überzeugen.“

Laut der Expertin das wichtigste: Ich-Botschaften formulieren – etwa: „Ich mache mir Sorgen, wenn du dich nicht impfen lässt.“ „Ich empfehle, dass sich alle an einen Tisch setzen. Dann darf jeder erklären, wie er sich fühlt – ohne Zwischenrufe.“ Wenn das nicht funktioniert, solle man eine neutrale Person beiziehen – etwa eine Therapeutin. „Dort lernt man in einem kultivierten Rahmen, Grenzen zu ziehen.“

Beratungsstelle verzeichnet Anfragen-Flut
Der Terminkalender von Wogrolly sei übrigens voll mit derartigen Fällen. Und auch bei der steirischen Extremismus-Beratungsstelle Next gehen viele Anfragen ein. „Impfgegner radikalisieren sich durch Maßnahmen wie die Impfpflicht nur noch mehr“, sagt Leiterin Daniela Grabovac. „Viele fühlen sich in ihren Vermutungen bestätigt.“

Zuletzt haben die Meldungen auf der App „BanHate“ zu Hass im Netz stark zugenommen. Waren es im Juni, Juli und August noch 187, ist diese Zahl im September, Oktober und November auf 275 gestiegen.

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