30.11.2021 12:00 |

Psychologe rät jetzt:

„Mit den Kindern ins Gespräch kommen“

Sportpsychologe Günter Amesberger (Uni Rif) erklärt, warum es im Lockdown für Eltern besonders wichtig wäre, sich gemeinsam mit dem Nachwuchs im Freien zu bewegen.
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Herr Doktor Amesberger, Salzburg befindet sich im dritten Lockdown, die Bevölkerung stöhnt auf. Aber wie geht es den Jüngeren?

Die Belastungen sind für Kinder, Jugendliche, Studierende groß. Es geht ihnen nicht gut mit der sozialen Abgrenzung. Es ist wahnsinnig wichtig, die Lebenslage auch der Jüngeren sehr ernst zu nehmen.

Inwieweit kann Bewegung hier helfen?

Bewegungsmöglichkeiten im Freien zu nutzen, ist psychologisch wichtig. Auch als Ausgleich. Soziale Kontakte, die man physisch nicht machen kann, muss man nun unbedingt medial nutzen. Mir ist aber noch etwas anderes wichtig: Man spricht von der verlorenen Generation. Man sollte die Situation aber nicht nur als Gefahr sehen, Angst haben, man sollte auf die Ressourcen und Möglichkeiten setzen, nicht auf die Defizite. Ich hoffe, dass wir aus der Polarisierung herauskommen, nicht nur Schuldige zu suchen, sondern nach Lösungen Ausschau zu halten.

Welche Ressourcen sprechen Sie konkret an?

Es ist essenziell, die eigene Bedürfnislage zu erkennen: Was tut mir gut, hilft mir? Kinder und Jugendliche sollten nicht nur dem Computerkonsum verfallen. Als Erwachsener ist es da total schwierig, nicht schnell zynisch zu werden. Darum sollte man mit den Kindern ins Gespräch kommen und ihre Bedürfnisse zu verstehen versuchen. Am besten ist vielleicht, dass man mit den Jüngeren gemeinsam hinaus geht, Bewegung macht. Oder überlegt, ob es noch ganz andere Alternativen zum Konsolen-Spiel gibt.

Was in dieser Jahreszeit gar nicht so einfach sein dürfte!

Und es ist auch allgemein Druck da. Wenn man unter Druck gerät, zieht man sich dorthin zurück, wo man sich am sichersten fühlt. Für Kinder und Jugendliche ist das PC-Spiel oft so ein Ort. Da ist für Eltern ganz wichtig, die Kinder nicht weiter zu stressen, auch selbst die Gelassenheit bewahren. Das ist schwer, keine Frage, weil die Belastungen für alle allgemein groß ist. Aber wer damit Probleme hat, sollte sich selbst regulieren.

Manch Sportklub klagte jüngst über schwindende Mitgliederzahlen. Was müssen sie aktuell machen?

Es braucht auch von ihnen ein aktives Zugehen. Jetzt den Kontakt mit den jungen Sportlern zu halten, wäre wichtig. Man kann Hometrainings anbieten, muss unbedingt zeigen, dass man sich freut, wenn die Kinder nach dem Lockdown wieder in den Verein zurückkehren.

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