26.11.2021 08:00 |

Warnung vor Schließung

Schulen zu? „Sollten aus Fehlern gelernt haben“

Die Zahl der Corona-Fälle in den Tiroler Schulen steigt stetig. Bildungs-Landesrätin Beate Palfrader (ÖVP) ist dennoch gegen eine generelle Schließung, wie sie von immer mehr Seiten gefordert wird. Für offene Schulen tritt auch die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie ein. Allen voran die Tiroler Präsidentin Prof. Kathrin Sevecke. Sie warnt vor den Folgen für die Kinder. 

Es wird eng! In den Tiroler Schulen ist die Zahl der Corona-Fälle in dieser Woche wieder deutlich gestiegen. Aktuell sind 129 Klassen in mehr als 70 Schulen im Distance Learning, weil das Infektionsgeschehen keinen Präsenzunterricht mehr zulässt.

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Ich bin auch weiterhin für offene Schulen. Es gibt viele Klassen in Tirol ohne Infektionsgeschehen. Und im Fall des Falles haben wir Distance Learning.

Tirols Bildungs-Landesrätin Beate Palfrader (ÖVP)

In der Zwischenzeit mehren sich die Stimmen für generelles Homeschooling. „Das möchten wir verhindern. Und es ist auch nicht notwendig“, ist Bildungs-LR Beate Palfrader überzeugt. „Wir haben in Tirol zahlreiche Schulen ohne einen einzigen Corona-Fall.“ Palfrader spricht sich weiterhin gegen Distance Learning für alle Schüler aus. Das jetzige Sicherheitssystem – nach dem eine Klasse ab zwei bestätigten Corona-Fällen zumindest fünf Tage auf Distanz geht – sei ein effektives.

„Die Psyche der Kinder nicht weiter belasten“
Mahnende Worte kommen einmal mehr von Professorin Kathrin Sevecke, Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie in den Tirol Kliniken und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sevecke hat im Vorjahr eine Studie geleitet, die die negativen Auswirkungen der Pandemie auf junge Menschen sichtbar gemacht hat. Ein Ergebnis: Angst- und Trauma-Symptome sind innerhalb weniger Monate drei- bis viermal so oft aufgetreten. Bei der letzten Erhebung im heurigen Sommer wiesen bereits 23 Prozent entsprechende Symptome auf.

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Eine Schulschließung würde die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen weiter gefährden. Wir sollten aus bisherigen Fehlern gelernt haben.

Kathrin Sevecke, Direktorin der Kinder- und Jugendpsychiatrie

„Der Verlust an Lebensqualität ist vor allem auf die fehlenden sozialen Kontakte zurückzuführen“, lautet eine zentrale Erkenntnis. Sevecke gibt auch zu bedenken, dass „eine erneute Schulschließung mit Sicherheit die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen weiter gefährden würde“. Und sie bringe die Gefahr mit sich, dass bei denjenigen, die momentan emotional belastet, aber noch nicht klinisch gefährdet sind, ebenfalls Symptome einer psychischen Erkrankung entstehen werden.

Von
Claudia Thurner
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