23.11.2021 09:34 |

Trendwende nötig

60% mehr Haussanierungen für Klimaziele notwendig

Die derzeit hohen Preise für Energie könnten immerhin helfen, klimaschädliche Emissionen bis 2040 auf netto null zu drücken. Gut 2,5 Prozent aller bestehenden Gebäude müssten dazu gedämmt bzw. mit neuen Heizungen umgerüstet werden, derzeit sind es nur 1,5 Prozent. Dafür liegen Milliarden Euro an Förderungen bereit.

Damit muss eine gewaltige Trendwende geschafft werden. Von 2005 bis 2012 sind die Treibhausgasemissionen im Wohnbereich noch um ein Drittel gesunken, seither aber kaum mehr. Grund: bei geförderten Bauten ist die Quote der jährlich renovierten Häuser von 1,4 Prozent inzwischen auf 0,6 Prozent gesunken, bei Gebäuden, die ohne Wohnbaufördermittel errichtet wurden, hat sie sich teils sogar halbiert, rechnet Bauexperte Wolfgang Amann in einer neuen Studie. „Wir stagnieren insgesamt bei 1,5 Prozent auf niedrigem Niveau, müssten aber in Richtung 2,5 Prozent kommen, die Sanierungen also um 60 Prozent steigern.“ Basis sind die 1,5 Millionen Haupt- und 650.000 Nebenwohnsitze.

Ab nächstem Jahr bis 2025 stehen dafür als Anreiz 1,64 Milliarden Euro an Bundesmitteln für Förderungen (thermische Sanierung, Austausch von Öl- und Gasheizungen usw.) zur Verfügung, dazu kommen gut 400 Millionen Euro im Jahr aus diversen Länder-Aktionen.

Doch es braucht auch einen leichteren Zugang, mahnt Wopfinger-Chef Robert Schmid als Sprecher der Baustoffbranche. „Wir haben derzeit zu viele Stellen, besser wären überall Kompetenzzentren als One-Stop-Shop, wo man alles über Förderungen usw. findet. Auch der frühere Sanierungsscheck hat geholfen.“ Wichtig wäre weiters, dass laut Wohnrecht nicht mehr einzelne Bewohner Sanierungen verweigern können.

 Kronen Zeitung
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