18.11.2021 16:00 |

Heikle Lage in Tirol

Test-Ansturm: Apotheken und Labore sind am Limit

Die dramatische Covid-Lage und verschärfte Regeln vervielfachen den Test-Ansturm in Tirol. „Es kommen 180 Personen pro Tag statt wie zuletzt 30“, beschreibt ein Apotheker die Lage. Die 24-Stunden-Frist für PCR-Ergebnisse ist derzeit oft nicht zu halten.

„Derzeit bräuchten wir eine zusätzliche Telefonistin, beim Urlaub für die Mitarbeiter in der Weihnachtszeit wird es wohl eng“, schnauft der Jenbacher Apotheker Dieter Glötzer. Wer für den Arbeitsplatz einen PCR-Test benötigt, muss oft länger als die üblichen maximal 24 Stunden warten. „Die Leute fragen dann nach, auch das bedeutet zusätzliche Arbeit“, erklärt der Apotheker.

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Derzeit bräuchten wir eine zusätzliche Telefonistin, beim Urlaub für die Mitarbeiter in der Weihnachtszeit wird es wohl eng.

Apotheker Dieter Glötzer

Ein Branchenkollege aus dem Unterland sieht die Lage gar „kurz vor dem Kippen“. Er spricht von einer knappen Verzehnfachung der Testwilligen („von 60 auf bis zu 500 pro Tag“) und kritisiert die heruntergefahrenen diesbezüglichen Kapazitäten seitens des Landes. „Wenn jemand aus Telfs zu uns ins Unterland kommt, weil Teststationen geschlossen wurden und er sonst nirgendwo einen Termin bekommt, dann sagt das eh alles.“ Hinzu komme, dass es derzeit auch Engpässe bei den Test Kits gebe.

Die Nerven liegen blank
Für die Mitarbeiter extrem aufreibend: Das Nervenkostüm der zu Testenden (naturgemäß oft ungeimpfte Corona-Skeptiker) sei extrem angespannt. „Bei einer Kleinigkeit, wenn man auf den Lichtbildausweis bestehen muss, kommt es gleich zur Eskalation. Eine Mitarbeiterin hat mir gerade erst gestanden, dass sie diese aggressiven Kunden nicht mehr lange aushält“, schildert ein Pharmazeut.

Labore sind überlastet
Dennoch liegt der Flaschenhals beim Testen nicht unbedingt bei den Apotheken vor Ort. Vielmehr sind die Labore (in Tirol gibt es laut Apothekerkammer weniger als ein Dutzend) derzeit überfordert. „Wir sind sehr ausgelastet, keine Zeit für Fragen zu konkreten Zahlen“, hieß es von zwei Tiroler Laboren telefonisch. Ein weiteres räumte ein: „Wir müssen die Tests momentan kontingentieren, nicht mehr alle Wünsche können sofort erfüllt werden.“

Ein Lichtblick am Ende . . .
Wie sieht die Tiroler Apothekerkammer die Lage? Vizepräsidentin Stefanie Lair bestätigt: „Wir bekommen den Unmut vieler ab, tun aber alles, um den Versorgungsauftrag bestmöglich zu erfüllen.“ Ihre Apotheke setze auf ein zusätzliches zweites Labor als Partner. Eine Hoffnung ist nun das „Point of Care Testing“ - Geräte für Apotheken, die einen PCR-Test binnen einer Stunde auswerten können. Lair hofft, dass dies bald Realität wird. „Es wäre ein Lichtblick.“

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