Rumänen vor Deutschen

Wie große Städte bei Integration Akzente setzen

Mit Stichtag 1. Jänner 2021 lebten 223.400 Menschen mit ausländischem Geburtsort in Niederösterreich. Das entspricht 13,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. In Wien hat vergleichsweise jeder dritte Einwohner einen Migrationshintergrund. Das zeigen neue Zahlen, die nun vom Integrationsfonds veröffentlicht wurden.

An der Spitze der Statistik, die den Bevölkerungsstand mit Migrationshintergrund ausweist, stehen landesweit erstmals die Rumänen mit 26.091 Personen. Das bedeutet einen Zuwachs von rund 7500 Menschen im Vergleich zu 2016. Damit wurden die langjährigen Spitzenreiter – unsere Nachbarn aus Deutschland – mit rund 25.000 Zuwanderern auf Platz zwei verdrängt. Platz drei geht an die Türkei mit 22.100 Personen.

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Natürlich ist eine urbane Stadt wie Wiener Neustadt besonders mit dem Thema Migration und Integration konfrontiert. Das ist auch eine Herausforderung.

Klaus Schneeberger, Bürgermeister von Wiener Neustadt

Wiener Neustadt hat höchste Quote
Bezirksweise betrachtet, hat die zweitgrößte Stadt des Landes den größten Anteil an nicht in Österreich geborenen Einwohnern: Wiener Neustadt weist mit 24,6 Prozent Einwohnern mit Migrationshintergrund die höchste Quote auf, dicht gefolgt von der Landeshauptstadt St. Pölten mit 21,7 Prozent. Das Schlusslicht bildet Zwettl im Waldviertel mit lediglich drei Prozent Zuwanderern.

Viele Herausforderungen
Das birgt freilich seine Herausforderungen: „Wir setzen als Stadt hier ganz stark auf das Erlernen der deutschen Sprache – und zwar ab dem Kindergartenalter“, sagt der Bürgermeister von Wiener Neustadt, Klaus Schneeberger: „Gleichzeitig stehen wir in permanentem Austausch mit den Migrationsvereinen, um den Dialog zu pflegen. Vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie ist es ein wichtiger Schlüssel dafür, dass sich Migranten regelmäßig testen lassen oder zur Impfung motiviert werden konnten. In jedem Fall ist die Integration ein permanenter Prozess, der von allen Seiten ein Entgegenkommen erfordert.“ Seitens der Stadt werden zahlreiche Initiativen für ein gutes Miteinander gesetzt: Von Begegnungs-Cafés über das Angebot von Werte- und Orientierungskursen bis hin zu Lesepaten-Initiativen für Volksschulkinder. Auch der ständige Austausch mit Migranten-Vereinen und Vertretern der Moschee werde regelmäßig gepflegt.

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Vom Aufbau nach dem Krieg durch Gastarbeiter bis hin zum Beitrag bei der aktuellen Krise, was die Einwanderer leisten, muss man auch anerkennen.

Matthias Stadler, Bürgermeister von St. Pölten

Ein Weltchor...
Auch in St. Pölten ist man stets bemüht, die Lebens- und Zukunftsperspektiven der Zuwanderer zu verbessern. Dafür setzt das Büro für Diversität verschiedene Projekte um: wie etwa „Ein Weltchor. A Wöd Chor. A World Chorus.“ in Kooperation mit dem Festspielhaus, oder das Kontakteknüpfen im Diversity Café, bis hin zu 15 Wanderbäumen, die die anstrengende Flucht in die neue Heimat symbolisieren sollen. „Es gibt viele Gründe, die ursprüngliche Heimat zu verlassen. St. Pölten ist Bildungshotspot und verfügt neben seiner zentralen Lage auch über mehr Arbeitsplätze als Einwohner. Aktuell ist in vielen Sparten der Bedarf nach Personal sehr hoch“, hält Bürgermeister Matthias Stadler fest.

Petra Weichhart
Petra Weichhart
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Montag, 29. November 2021
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