04.11.2021 09:00 |

Caritas will Maßnahmen

Kampf gegen den Teufelskreis Frauenarmut

In Österreich sind 1,22 Millionen Menschen armutsgefährdet – mehr Frauen als Männer. Die Gründe dafür sind vielfältig: Trennung, Teilzeitarbeit oder fehlende Kinderbetreuung sind nur einige der Faktoren, die Frauen ans Existenzminimum bringen können. Die Caritas kämpft nun für ein Paket gegen Frauenarmut.

„Lange habe ich mir gedacht, dass Armut nur den anderen, und mir sicher nicht passiert. Und dann ist es doch so gekommen“ erzählt Daniela Brodesser. Die Mutter von vier Kindern ist durch zwei schwere Erkrankungen in der Familie vor Jahren selbst in Armut geraten – und will nun Andere ermutigen, sich früher Hilfe zu suchen. „Das Problem sind vor allem die gesellschaftlichen Vorurteile und die dann folgende Isolation“ sagt Brodesser, die ihre Erfahrungen mittlerweile im Rahmen von Vorträgen oder in Workshops teilt.

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Ich würde mir wünschen, dass es in Zukunft weniger Vorurteile gegen Menschen in Armut gibt.

Daniela Brodesser, Betroffene

Im Bundesland Salzburg sind rund 76.000 Menschen armutsgefährdet, durch die Pandemie hat sich das verstärkt. „Auch die sozialen Folgen der Pandemie sind schwerwiegend“, sagt Michael Landau, Direktor der Caritas Österreich beim Besuch in Salzburg. So würden Mietstundungen und steigende Heizkosten das Problem für viele aktuell noch verstärken. Dabei sind Frauen stärker gefährdet, als Männer: So betreuen sie häufiger die Kinder, sind deswegen oft in Teilzeitanstellung und auf das Gehalt des Partners mit angewiesen. Bei einer Trennung oder Krankheitsfall kann schnell das Geld fehlen. Es braucht deswegen ein umfassendes Paket gegen Frauenarmut, finde die Caritas.

Von
Marie Schulz
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