24.10.2021 11:15 |

Tausende Kräfte fehlen

Personalmangel: Wer serviert in Tirol Hüttenbier?

„Ob genügend Gäste kommen, ist die kleinere Sorge. Mehr Kopfzerbrechen bereiten die Mitarbeiter!“ Aussagen wie diese aus der Tiroler Tourismusbranche sind derzeit leider typisch. Allein 3000 Arbeitskräfte aus dem Ausland fehlen, aber das ist nur die offizielle Zahl des Tiroler Arbeitsmarktservice (AMS).

Köche, Kellner, Abwäscher, Zimmermädchen – es gibt kaum einen Betrieb, der das Team für die Wintersaison schon komplett hat. „Ein Problem sind diverse Impfstoffe, da in der EU nicht alle zugelassen sind“, spielt AMS-Landesgeschäftsführer Alfred Lercher auf Vakzine wie Sputnik an, mit denen Mitarbeiter aus Osteuropa geimpft wurden.

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Ein Problem sind diverse Impfstoffe, da in der EU nicht alle zugelassen sind.

Alfred Lercher, AMS-Chef Tirol

Die AMS-Zahlen deuten die Misere nur an: In der Tiroler „Beherbergung und Gastronomie“ ging die Arbeitslosigkeit um 49,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2660 Personen zurück und liegt deutlich unter dem Niveau vom September 2019 - also noch vor der Corona-Pandemie.

Tiroler Wirtin gibt vor Winter auf
Die Lage hat sich bereits derart zugespitzt, dass der eine oder andere Unternehmer bereits das Handtuch geworfen hat. Wie etwa im Fall einer Unterländer Hüttenwirtin, die nach sechseinhalb Jahren als Geschäftsführerin aufgegeben hat. Hauptgrund ist eben die prekäre Personalsituation vor der Wintersaison. Ein Beispiel, das stellvertretend für die Lage in Tirol steht.

Zahlen zum Tiroler Tourismus auf einen Blick

  • Im August war der Sommertourismus noch mit 15,6 Prozent im Minus, einschließlich September mit 11,7 Prozent. Klingt nicht erfreulich, angesichts der Pandemie ist es aber ein Zeichen der Normalisierung. Treu zeigten sich die Deutschen: 19,8 Prozent Nächtigungsplus im September.
  • Von Mai bis September 2019 - also vor Corona - lag die Aufenthaltsdauer bei durchschnittlich 3,6 Tagen, im gleichen Zeitraum 2021 ist sie auf 4,1 Tage gestiegen.
  • Rund 56.000 Mitarbeiter sind insgesamt beschäftigt.
  • Die Ausgaben pro Gast und Tag liegen im Winter bei 185 Euro, im Sommer bei 144.
  • Die nächtigungsstärksten Gemeinden sind Sölden, Ischgl, Mayrhofen, Serfaus.
  • Bei der Auslastung führt im Winter Tux-Finkenberg (mit 49 Prozent), im Sommer Achensee (48 Prozent).
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