Neues ÖFB-Gesicht

Frischer Wind: Kann Rapids Grüll auch Foda helfen?

Vor drei Jahren war Marco Grüll ein Drittliga-Amateur und bei der Post, bei Rapid funktionierte er sofort - kann der Stürmer nun auch ÖFB-Teamchef Franco Foda helfen?

„Ich weiß, was es heißt, Vollzeit zu arbeiten und nebenbei noch zu kicken.“ Wenn sich jemand in den heutigen Gegner hineinversetzen kann, dann Marco Grüll. Okay, mit der Schafzucht oder der Fischerei hat der Rapidler nichts am Hut, aber mit 20 Jahren stürmte der Radstädter selbst noch in Liga drei für St. Johann und trug jeden Morgen für die Post Briefe aus.

Drei Jahre später könnte Grüll, der nicht in einer Fußball-Akademie zum Profi „gezüchtet“ wurde, heute für Österreich gegen die Färöer debütieren. Wofür, obwohl der 23-Jährige von Teamchef Foda ja nur in der Not nachnominiert wurde, die aktuelle Form (neun Tore, vier Assists) bei Rapid sprechen würde.

Dabei wollte ihn Didi Kühbauer eigentlich behutsam aufbauen. Das ging aufgrund vieler Ausfälle (wie jetzt beim Team) nicht. „Er musste sofort funktionieren“, schwärmt Rapids Trainer von seinem „Naturburschen, der demütig, geerdet ist, nie abheben wird“. Unbekümmert, unter Druck belastbar, mit Zug zum Tor - so wurde er ab 2019 in Ried (31 Tore in 81 Spielen) zum Vollzeitstürmer, so kam er jetzt auch auf Fodas Radar. Schnell, zu schnell? „Das Tempo passt schon so“, winkte Grüll erst letzte Woche vor dem West-Ham-Hit ab. Prompt war er in London Rapids einziger „Gefahrenherd“. Das Umfeld, die immer größer werdende Bühne blendet er aus.

Immerhin 56 Minuten
Daher wird Grüll auch nicht in Ehrfurcht erstarren, falls Foda frischen Wind in der Offensive braucht. Vielleicht mit Ercan Kara, der ja vor drei Jahren auch noch in der Ostliga stürmte. Aber immerhin schon 56 Minuten für Österreich in den Beinen hat.

Rainer Bortenschlager
Rainer Bortenschlager
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