21.09.2021 17:00 |

Prozess vertagt

Wieder fehlte der vermeintliche Alibi-Zeuge

Und täglich grüßt das Murmeltier. Der Prozess nach dem brutalen Erpressungs- und Entführungsversuch einer Salzburger Juweliersfamilie, die „Krone“ berichtete, musste erneut vertagt werden. Weil, wie auch schon beim vergangenen Mal, der vermeintliche Alibi-Zeuge der Verteidigung nicht auftauchte und auch nur schwer greifbar ist. Den nächsten und wohl letzten Anlauf unternimmt das Gericht im November. 

Es geht um ein mögliches Alibi, deshalb beantragte Verteidiger Tobias Mitterauer die Einvernahme dreier Zeugen. Einer konnte am Dienstag per Videoschalte aus Tschechien von Richterin Ilona Schalwich-Mozes befragt werden: „Ich kenne ihn nur flüchtig, weil er sich bezüglich eines bei uns gestohlenen BMW meldete“, meinte der Mitarbeiter einer Auto-Leihfirma auf die Frage, ob er den Angeklagten – einen vorbestraften Tschechen (40) – kenne. Dass der Angeklagte am 15. August 2019 ein Auto auslieh, damit ein Alibi hätte, konnte der Zeuge aber nur indirekt bestätigen – mittels Übergabeprotokoll. Selbst war er nicht da und hat daher keine Wahrnehmung. Ein Hilfsarbeiter – der zweite vermeintliche Alibi-Zeuge – soll die Auto-Übergabe am Tag der Tat durchgeführt haben. Doch dieser Mann ist nicht greifbar, reagiert weder auf Anfragen noch auf Ladungen des Gerichts: Der „letzte Anlauf“, so die Vorsitzende, werde am 18. November unternommen.

Der 43-jährige Angeklagte legte ein Geständnis ab

Hintergrund des Prozesses ist der aufsehenerregende und brutale Erpressungs- und Entführungsversuch einer weithin bekannten Salzburger Juweliersfamilie. Drei maskierte Täter - einer davon soll der zweitangeklagte und geständige 43-Jährige sein - drangen bewaffnet in die Villa am Heuberg ein. Sie fesselten die vierköpfige Familie, bedrohten sie und setzten bei der Flucht sogar das Haus in Brand.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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